Mordfall am Niederrhein nach 23 Jahren neu aufgerollt

Ein Mordfall im Kreis Kleve steht eventuell vor der Aufklärung. 23 Jahre nach dem Fund einer Leiche in Rheurdt-Schaephuysen konnte der Tote identifiziert werden. Jetzt hat die Mordkommission Krefeld auch große Hoffnung den oder die Täter zu finden.

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Ein Mordfall wird neu bearbeitet und ist heute zum dritten Mal Thema in der ZDF Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst". Der mysteriöse Leichenfund in einer Sandkuhle in Rheurdt-Schaephuysen beschäftigt eine Mordkommission in Krefeld und mittlerweile auch die Staatsanwaltschaft Aachen. Denn nach 23 Jahren ist klar, es handelt sich um einen Mann aus Würselen. Er wurde nie als vermisst gemeldet. Die Rekonstruktion eines Bildes des Opfers gab letztes Jahr den entscheidenden Hinweis. Einen Mörder hat man damit noch nicht. Mit einem erneuten Aufruf in der Fernsehsendung hofft der Ermittler den Fall endlich aufklären zu können.

Die Fakten

Bei dem Toten handelt es sich um Wilfried Kalitz, geboren 1953. Zuletzt wohnte er in Würselen (Städteregion Aachen). Identifiziert wurde er durch DNA-Vergleiche mit Verwandten. Zum Zeitpunkt seines Verschwindens war er 43 Jahre alt. Es gab damals keine Anzeichen dafür, dass er Selbstmordabsichten hatte. Die Angehörigen gingen davon aus, dass er sich wegen Schulden ins Ausland abgesetzt habe.

Die Ermittlungen ergaben, dass er lange bei den Aachener Verkehrsbetrieben als Busfahrer gearbeitet hat. Dazu betrieb er einen Handel mit Wohn-Immobilien. Ausserdem wollte er einen Imbiss in Monschau (Eifel) übernehmen, der aber abbrannte.

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Die Familie des Opfers

Er hatte laut Polizei mehrere Brüder, eine Schwester, eine Ex-Frau und zwei Kinder (damals 4 und 7 Jahre alt). Seine Eltern sind in der Zwischenzeit verstorben. Sie alle stehen offenbar nicht unter Verdacht.

Weitere Ermittlungsergebnisse

Die Leiche wurde am 8. Dezember 1996 in einer Sandkuhle bei Rheurdt-Schaephuysen gefunden. Die Polizei geht davon aus, dass der Tote dort mehrere Tage lag und nicht dort getötet wurde, sondern an seinem Wohnort.

Mit dem Opfer sind damals sein älterer VW-Bus, Typ T3, und sein Schäferhund Rex verschwunden. Die Polizei sucht Zeugen, die Wilfried Kalitz kannten und Angaben zu seinem privaten und beruflichen Umfeld aus dem Jahre 1996 machen können.

Ein Emil genannter rumänischer Mann soll seinerzeit regelmäßig bei Wilfried Kalitz gearbeitet haben. Er wird dringend gebeten, sich bei der Polizei zu melden. Sie bittet auch um Hinweise zu anderen Personen, die damals Kontakte zu Wilfried Kalitz hatten.

Hinweise zu dem Tötungsdelikt werden erbeten an die Mordkommission Kripo Krefeld unter Tel. 02151-6340.

Wilfried Kalitz aus Würselen in den 90ern mit seinem Schäferhund "Rex"© Polizei
Wilfried Kalitz aus Würselen in den 90ern mit seinem Schäferhund "Rex"
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Mit so einem VW Bus war Wilfried Kalitz 1996 unterwegs.© Polizei
Mit so einem VW Bus war Wilfried Kalitz 1996 unterwegs.
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