
Die Polizei Mönchengladbach rollt einen alten Mordfall aus St. Tönis neu auf. Am 25. Januar 1995 sterben die Filialleiterin Sonja K. bei einem Raubüberfall auf eine Lidl-Filiale an der Hochstraße. Unbekannte Täter dringen kurz vor Ladenöffnung in den Markt ein. Die Frau ist zu diesem Zeitpunkt allein und räumt Ware ein. Die Täter fesseln und knebeln sie. Anschließend erdrosseln sie ihr Opfer. Aus dem Tresor entwenden sie mehrere tausend D-Mark. Der Fall ist bis heute nicht aufgeklärt.
Raubüberfall auf Lidl-Filiale in St. Tönis
Die Polizei geht von mehreren Tätern aus. Nach dem aktuellen Ermittlungsstand kannten die Täter die Filiale gut. Sie sollen über Kenntnisse zu den internen Abläufen verfügt haben. Ein Schlüsselbund der Filialleiterin verschwindet bei der Tat spurlos. Daran hängen unter anderem Schlüssel für den Haupteingang und den Tresor. Bis heute taucht dieses Schlüsselbund nicht wieder auf. Die Filiale existiert an diesem Standort nicht mehr. Heute befindet sich dort ein Geschäft für Haushaltswaren.
Zeugen aus St. Tönis gesucht
Die Polizei sucht vor allem zwei Jugendliche von damals. Sie sollen sich am Tatmorgen gegen 8.05 Uhr vor dem Haupteingang der Filiale aufgehalten haben. Eine Person beschreiben Zeugen als männlich, etwa 15 bis 17 Jahre alt und rund 1,60 bis 1,65 Meter groß. Diese Person trägt dunkle Kleidung und eine Baseballmütze. Auch die zweite Person soll dunkel gekleidet gewesen sein. Beide Personen sind bis heute nicht identifiziert. Die Ermittler hoffen auf Hinweise aus der Bevölkerung. Auch kleine Beobachtungen von damals können für die Ermittlungen wichtig sein.
Der Fall ist Teil der Kampagne "Mord verjährt nicht. Der Niederrhein erinnert sich". Die Polizei Mönchengladbach arbeitet dabei mit dem Landeskriminalamt NRW und der Staatsanwaltschaft Krefeld zusammen. Auch die Polizeibehörden in Krefeld und im Kreis Viersen unterstützen die Kampagne. Ziel ist es, alte Kapitalverbrechen mit neuen Ermittlungsmethoden aufzuklären. Die Eltern von Sonja K. sind mittlerweile verstorben. Ihre beiden Brüder hoffen weiterhin auf Antworten. Wer Hinweise zu dem Fall geben kann, erreicht die Polizei unter der Telefonnummer 02161-290 oder per E-Mail an mk.lidl.Moenchengladbach@polizei.nrw.de. Hier geht es zur Fahndungsseite der Polizei.