
Zwei Männer aus Voerde müssen sich seit einigen Wochen vor dem Landgericht Duisburg verantworten. Die Angeklagten sind 45 und 26 Jahre alt – beide haben die türkische Staatsangehörigkeit. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, im Sommer 2025 den Auftrag angenommen zu haben, bei einer geplanten Tötung mitzuwirken. Das Opfer soll zunächst systematisch ausgespäht worden sein. Dazu haben die Täter laut Anklage ein GPS-Gerät am Fahrzeug des Mannes angebracht. So wollten sie seine Bewegungen verfolgen. Im August 2025 kam es dann zum Anschlag – mitten in der Nacht in Recklinghausen. Als das Opfer kurz vor vier Uhr morgens sein Wohnhaus verlassen hat, soll der mutmaßliche Haupttäter auf ihn zugestürmt sein. Der Mann flüchtete in sein Auto – doch der Schütze feuerte zweimal durch die geschlossene Fahrertür. Beide Schüsse trafen den Mann – einmal am Oberschenkel, einmal am Unterschenkel. Das Opfer hat überlebt und ist nach Angaben des Landgerichts mittlerweile weitgehend genesen.
Haupttäter flüchtig – Motiv weiter unklar
Der mutmaßliche Schütze ist bis heute nicht gefasst. Er soll sich in die Türkei abgesetzt haben und wird dort gesucht. Das Motiv für den geplanten Mord ist nach wie vor unbekannt. Die beiden Angeklagten aus Voerde sollen laut Anklage unterschiedliche Rollen gehabt haben. Einer soll sich mit dem Haupttäter auf dem Nachbargrundstück versteckt haben – direkt vor dem Anschlag. Der andere soll im Fluchtauto gewartet haben. Neben der Verabredung zum Mord wird dem jüngeren Angeklagten auch Beihilfe zu gefährlicher Körperverletzung vorgeworfen. Zusätzlich soll er für den flüchtigen Haupttäter Waffen aufbewahrt haben – bei einer Durchsuchung stellte die Polizei 14 Pistolen sicher. Heute geht der Prozess weiter. Weitere Termine sind bis Ende Juni angesetzt.