
Das Citizen-Science-Projekt „Plastik im Rhein" ist Teil des deutsch-niederländischen Vorhabens „Der Rhein verbindet" – finanziert von der EU über das Programm INTERREG. Seit Januar 2023 laufen Dutzende Ehrenamtliche aus den Kreisen Wesel und Kleve regelmäßig das Rheinufer ab. Ihre Aufgabe ist so simpel wie aufwendig: Jeden Fetzen Müll auf einer Strecke von hundert Metern Länge und bis zu 25 Metern Breite erfassen, einsammeln und kategorisieren. Gegraben wird dabei nicht – nur was offen auf dem Boden liegt, kommt in die Statistik. Die Ergebnisse sind unterschiedlich. Manche Abschnitte sind nahezu sauber. An anderen Stellen zählen die Freiwilligen über tausend Fundstücke auf engem Raum. Eine erste der beiden letzten Erfassungen ist gerade abgeschlossen. Die zweite folgt von Ende August bis Mitte September und endet mit dem internationalen RhineCleanUp-Day. Koordiniert wird alles von drei Biologischen Stationen in den Kreisen Wesel und Kleve – gemeinsam mit dem niederländischen Partner Rijkswaterstaat.
Nach 2026 geht die Forschung weiter
Das Projekt „Der Rhein verbindet" endet offiziell im Dezember 2026. Aber die Untersuchungen am Rheinufer sollen danach weitergehen. Die Projektpartner arbeiten daran, die Citizen-Science-Erfassungen dauerhaft zu etablieren. Viele der Ehrenamtlichen sind seit 2023 dabei und mit ihrer Aufgabe vertraut – dieses Wissen soll nicht verloren gehen. Gemeinsam mit dem Forschungsinstitut TAUW geht die Arbeit außerdem in eine neue Phase. Es geht künftig nicht mehr nur darum, wo Müll liegt und wie viel. Gefragt wird jetzt auch, woher der Müll kommt und wie das Aufkommen gezielt gesenkt werden kann. Dafür nehmen die Projektpartner auch Kontakt mit Behörden und der Industrie auf. Das Fernziel bleibt ein sauberer Rhein – auch wenn das nach Einschätzung der Beteiligten ein langer Weg ist.