
Der Eigentümerverband Haus und Grund hat die Müllgebühren in den hundert größten deutschen Städten verglichen. Ergebnis: Moers landet auf Platz 27 von 36 NRW-Städten – also weit hinten. Wer aber glaubt, Moers sei die teuerste Stadt im Kreis Wesel, liegt falsch. Radio K.W. hat den aktuellen Gebührenvergleich des Bundes der Steuerzahler NRW für den Kreis Wesel ausgewertet. Grundlage ist eine vierköpfige Musterfamilie mit je einer 120-Liter-Restmüll- und Biotonne bei 14-täglicher Leerung. Die Ergebnisse zeigen: Die Unterschiede im Kreis sind erheblich. Manche Kommunen nutzen Rücklagen, um Gebühren stabil zu halten. Andere geben steigende Kosten direkt an die Bürger weiter. Der Kreisdurchschnitt liegt laut Bund der Steuerzahler bei 300,85 Euro.
Müllgebühren im Kreis Wesel: Neukirchen-Vluyn und Moers besonders teuer
Mit 427,60 Euro im Jahr zahlen Familien in Neukirchen-Vluyn die höchsten Abfallgebühren im Kreis Wesel. Das zeigt der Gebührenvergleich des Bundes der Steuerzahler NRW. Moers folgt mit 372,95 Euro auf Platz zwei – und landet auch im bundesweiten Ranking von Haus und Grund weit hinten. Xanten kommt auf 321 Euro, Alpen auf 307,20 Euro. Kamp-Lintfort liegt mit 298,45 Euro knapp über dem Kreisdurchschnitt. Dinslaken liegt bei 282,20 Euro, Schermbeck bei 279,90 Euro und Sonsbeck bei 279,12 Euro. Rheinberg kommt auf 273,88 Euro, Wesel auf 268 Euro. Drei Kommunen im Kreis lassen sich nicht direkt vergleichen: Hamminkeln ist ein Sonderfall – dort wird der Müll nach Gewicht abgerechnet, nicht nach Tonnengröße. Voerde und Hünxe haben keine Biotonne eingeführt und sind daher im Vergleich des Bundes der Steuerzahler nicht erfasst.
Warum die Müllgebühren im Kreis Wesel steigen
Ein Hauptgrund für steigende Kosten sind die höheren Gebühren des Kreises Wesel für die Müllverbrennungsanlage Asdonkshof in Kamp-Lintfort. Ab 2026 steigen diese Gebühren um 6,5 Prozent. Als Grund nennt der Kreis gestiegene Personal- und Materialkosten sowie höhere CO2-Abgaben. Dazu kommt ein neuer Kostenfaktor: Alttextilien, die früher Einnahmen brachten, machen inzwischen Verluste. Der Bund der Steuerzahler NRW nennt weitere Gründe: Pflicht-Biotonnen oder wöchentliche Leerungen treiben die Gebühren zusätzlich in die Höhe. Haus und Grund fordert mehr Transparenz bei den Gebührenordnungen und Anreize zur Müllvermeidung.