
In Voerde-Möllen steht am Freitag die nächste große Sprengung am früheren Kraftwerk an. Um Punkt zwölf Uhr werden das knapp 100 Meter hohe Kesselhaus und zwei weitere Anlagen dem Erdboden gleichgemacht. Das wird wieder viele Schaulustige anlocken. Die perfekte Aussicht ist aber diesmal schwieriger zu finden. Das liegt etwa daran, dass die Bäume noch viele Blätter tragen. Auch hochgewachsener Mais steht teils im Weg. Die NRZ hat mehrere beliebte Stellen getestet. Gute Sicht gab es dabei vor allem aus der Ferne. Zu den Favoriten gehörten am Ende der Deich am Parkplatz Storchennest, am Fuße der Brücke an der Rahmstraße oder die Hohe Straße in Löhnen.
Rückbau am Kraftwerk Voerde läuft seit Jahren
Der Rückbau des alten Kraftwerks läuft in großen Etappen ab. Vor drei Jahren wurde schon der 165 Meter hohe Kühlturm mit knapp 240 Kilo Sprengstoff zu Boden gebracht. Im vergangenen Dezember fiel außerdem der auf 180 Meter gekürzte Kamin der Rauchgasentschwefelungsanlage.
Sicherheitszone bei Sprengung in Voerde
Rund um die Sprengstelle gilt am Freitag eine Sperrzone von 350 Metern. Das teilt die Stadt Voerde in einer Allgemeinverfügung mit. Betroffene Anwohner an der Ahrstraße und der Frankfurter Straße müssen ihre Häuser von 10 bis voraussichtlich 14 Uhr verlassen. Auch der Rhein wird in dem Bereich für den Schiffsverkehr komplett gesperrt. Grund dafür ist die Nähe des Sprengobjekts zum Fluss. Autofahrer müssen mit Umleitungen über die Steinstraße und die Friedrichstraße rechnen. Für Rückfragen hat RWE eigens eine E-Mail-Adresse eingerichtet. Auf dem Gelände plant der Energiekonzern langfristig ein neues Kraftwerk. Ab 2030 soll dort ein wasserstofffähiges Gaskraftwerk mit einer Kapazität von rund 850 Megawatt entstehen.