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Neubau der Berliner Brücke in Duisburg hat begonnen
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Neubau der Berliner Brücke in Duisburg hat begonnen

Bundesverkehrsminister Schnieder gibt heute in Duisburg den Startschuss für den Neubau der A59-Brücke. Das Projekt ist dringend – und umstritten.

Veröffentlicht: Montag, 04.05.2026 06:13

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Heute Nachmittag fällt in Duisburg ein wichtiger Startschuss. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder kommt persönlich zur Baustelle an der Berliner Brücke – zum symbolischen Spatenstich für einen der größten Autobahnbauten im Ruhrgebiet. Die A59-Brücke ist seit Oktober 2024 für schwere LKW gesperrt. Damals sind erhebliche Schäden an der Tragkonstruktion festgestellt worden. Die Brücke verbindet auf 1,8 Kilometern Länge mehrere Straßen, Bahngleise, die Ruhr, den Rhein-Herne-Kanal und ein Hafenbecken. Sie ist damit eine der komplexesten Brückenkonstruktionen in der Region. Auch für den Niederrhein und den Kreis Wesel hat die Brücke Bedeutung – sie sichert den Anschluss des größten Binnenhafens der Welt an Industrie und Logistik im gesamten Umland. Die Zeit drängt: Experten gehen davon aus, dass die alte Brücke noch bis 2029 hält. Bis dahin muss die erste neue Teilbrücke für den Verkehr in Richtung Süden stehen. Danach soll die alte Konstruktion abgerissen werden. Anschließend entsteht eine zweite Brücke für den Gegenverkehr.

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Protest und Widerstand gegen die Ausbaupläne

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Der Neubau der Brücke ist nur der Anfang eines deutlich größeren Projekts. Die Autobahn GmbH plant, die A59 in Duisburg auf 6,7 Kilometern grundlegend zu sanieren und sechsspurig auszubauen. Genau das sorgt für Streit. Anwohner in den Stadtteilen Meiderich und Hamborn befürchten massive Belastungen durch Lärm und Abgase. Die geplante Hochstraße soll teilweise weniger als zehn Meter von der Wohnbebauung entfernt verlaufen. Ein Bürgerverein in Meiderich demonstriert heute direkt am Rande des Spatenstichs. Auch die Stadt Duisburg stellt sich gegen die aktuellen Pläne der Autobahn GmbH. Oberbürgermeister Sören Link fordert statt der Hochstraße einen Tunnel – und schließt eine Klage ausdrücklich nicht aus. Die Autobahn GmbH lehnt den Tunnel ab: Er würde rund 2,3 Milliarden Euro mehr kosten und die Bauzeit von sechseinhalb auf zwölf Jahre verlängern. Die Genehmigung für das Gesamtprojekt steht noch aus. Nur für den Brückenneubau selbst gibt es bereits eine vorläufige Sondergenehmigung wegen der besonderen Dringlichkeit.

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