
Der Kreis Wesel hat neue Details zum Giftmüll-Skandal in Kamp-Lintfort bekannt gegeben. Aufgeflogen war er durch landesweite Razzien vor rund einem Jahr. Immer wieder wurde daraufhin gefordert, die Öffentlichkeit genauer zu informieren. Der Kreis betont jetzt, dass er zunächst auch wenig Informationen hatte und zur Verschwiegenheit verpflichtet war. Dadurch sollten die strafrechtlichen Ermittlungen nicht gefährdet werden. In seiner Zuständigkeit liegt eine betroffene Industriefläche. Um welche es sich handelt, sagt der Kreis nicht konkreter. Dabei gehe es aber nicht um die beiden Verdachtsflächen im Bereich Rossenrayer Feld. Dafür ist die Bezirksregierung Arnsberg zuständig. Hier sollen tonnenweise belastete Böden gelandet sein. Ein Prozess gegen einen Beschuldigten hat schon begonnen.
90 LKW-Ladungen illegal entsorgt
Der Kreis Wesel hat diesen Monat erste Ermittlungsergebnisse für das Betriebsgelände in seiner Zuständigkeit erhalten. Demnach hat sich der Verdacht konkretisiert, dass hier 2024 rund 2.100 Tonnen Bodenmaterial (ca. 90 LKW-Ladungen) angeliefert worden sein könnten. Wo das Material verblieben ist, ist noch Teil der Ermittlungen. Schon seit einem Jahr laufen Untersuchungen auf dem Areal, ob Mensch oder Umwelt gefährdet sind. Ein Gutachter hat das inzwischen ausgeschlossen. Es waren laut Kreis umfassend Proben von Grundwasser und Boden genommen worden. Lokal sehr begrenzt wurden erhöhte Herbizid-Rückstände festgestellt - das sind chemische oder biologische Pflanzenschutzmittel. Auch leichte Überschreitungen von Schwermetallen wurden gemessen. Die Untersuchungen werden fortgesetzt - unter anderem mit einem externen Gutachter.