
In Moers soll eine neue Geschichtsstation an die Opfer der NS-Zeit erinnern. Dafür setzt sich der Verein „Erinnern für die Zukunft“ ein. Er hat jetzt einen entsprechenden Bürgerantrag bei der Stadt gestellt. Es geht um das Gebäude an der Goethestraße 1, in dem sich damals das Kreisgesundheitsamt befand. Laut Verein war die Behörde hier unter anderem aktiv an Zwangssterilisationen beteiligt. Die Menschen seien außerdem nach "menschenverachtenden NS-Kriterien erfasst, begutachtet und staatlicher Verfolgung ausgesetzt" worden. Bisher erinnert vor Ort nichts an diese dunkle Vergangenheit.
Information an historischem Ort
Den Initiatoren ist es wichtig zu zeigen, dass das Unrecht des NS-Regimes auch mitten in Moers und im direkten Lebensumfeld der Menschen stattfand. Die neue Geschichtsstation soll verdeutlichen, wie lokale Verwaltungsstrukturen in Ausgrenzung und Verfolgung verstrickt waren. Der Bürgerantrag knüpft an die langjährige Forschungs- und Erinnerungsarbeit des Vereins und der NS-Dokumentationsstelle im Stadtarchiv Moers an. Ziel sei "eine würdige, wissenschaftlich fundierte Information am historischen Ort, die das bestehende Erinnerungsnetz sinnvoll ergänzt".