
Über 146.000 Menschen pendeln im Kreis Wesel zur Arbeit. Das zeigt die aktuelle Pendler-Statistik der Bundesagentur für Arbeit. 57.130 Beschäftigte kommen von außerhalb in den Kreis Wesel. Sie arbeiten hier, wohnen aber in einer anderen Stadt. Umgekehrt sieht es bei 89.070 Menschen aus. Sie wohnen im Kreis Wesel, ihr Arbeitsplatz liegt aber woanders. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten greift diese Zahlen jetzt auf. Für die NGG Nordrhein bedeuten lange Arbeitswege mehr als nur Zeitverlust. Sie kosten nach Einschätzung der Gewerkschaft auch Nerven und Geld. Besonders betroffen sind laut NGG Menschen mit geringem Einkommen.
NGG fordert Mobilitätsgeld für Kreis Wesel
Die NGG Nordrhein fordert deshalb ein bundesweites Mobilitätsgeld. 17 Cent pro Kilometer soll der Staat jedem Pendler zahlen, einheitlich und unabhängig vom Einkommen. "Hohe Spritpreise belasten viele Privathaushalte im Kreis Wesel", sagt Adnan Kandemir, Geschäftsführer der NGG Nordrhein. Geringverdiener und Mindestlohn-Beschäftigte treffe das nach seinen Worten besonders hart. Solange das Mobilitätsgeld auf sich warten lässt, sieht Kandemir auch die Betriebe in der Pflicht. Er nennt als Beispiel einen Zuschuss zum Deutschlandticket, das aktuell 63 Euro im Monat kostet. Auch günstiges Stromtanken für E-Autos auf dem Firmengelände zählt für ihn dazu. Zusätzlich kritisiert die NGG die Preise im Bahn-Fernverkehr. Ohne Bahncard oder rechtzeitig gebuchten Sparpreis werden Tickets nach Einschätzung der Gewerkschaft schnell teuer. Die NGG will das Thema Mobilitätskosten künftig auch in Tarifverhandlungen einbringen.