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Niederlande schaffen Sirenenwarnung ab 2028 ab
© Pressestelle Moers
Neue Sirene
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Niederlande schaffen Sirenenwarnung ab 2028 ab

Die Niederlande beenden ihr jahrzehntelanges Sirenensystem zur Bevölkerungswarnung. Am Niederrhein setzt man dagegen weiter auf den klassischen Heulton.

Veröffentlicht: Mittwoch, 20.05.2026 06:20

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In den Niederlanden endet eine jahrzehntelange Tradition. Das sogenannte "Waarschuwings en Alarmeringssysteem" – kurz WAS – wird nach 2028 schrittweise abgeschaltet. Rund 4.200 Sirenen gibt es landesweit bei unseren Nachbarn. Die Wartungsverträge laufen noch bis zum 1. Januar 2028 – danach ist Schluss. Das niederländische Kabinett hat keine finanziellen Mittel für ein neues, modernes Sirenennetz gefunden. Das bestehende System gilt als technisch veraltet und erreicht längst nicht mehr alle Menschen zuverlässig. Mit dem Ende des Sirenennetzes fällt auch der monatliche Probealarm weg – bisher jeden ersten Montag im Monat. Die Regierung in Den Haag räumt selbst ein, dass damit eine Lücke in der Warninfrastruktur entsteht. Ursprünglich war ein neues innovatives Sirenensystem als ergänzende Sicherheitslösung vorgesehen – doch die Finanzierung scheiterte.

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Handy statt Heulton – aber reicht das?

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Künftig setzen unsere Nachbarn in den Niederlanden nahezu vollständig auf digitale Handywarnung. Das System schickt Warnmeldungen direkt aufs Mobiltelefon – bei Bränden, Gefahrstoffunfällen oder Unwettern. Laut Ministerium erreicht das System inzwischen rund 92 Prozent der niederländischen Bevölkerung ab zwölf Jahren. Gleichzeitig wächst in den Niederlanden die Diskussion, ob das allein ausreicht. Denn genau dann, wenn es wirklich ernst wird, können Stromnetze oder Mobilfunknetze ausfallen oder gestört werden. In diesem Fall wäre eine rein digitale Warnung wirkungslos. Das Ministerium arbeitet deshalb an lokalen Notstützpunkten, wo Bürgerinnen und Bürger im Krisenfall Informationen und Unterstützung bekommen. Am Niederrhein dagegen bleibt die Sirene ein festes Element im Warnsystem. Im Kreis Wesel gibt es zweimal im Jahr Probealarm – kombiniert mit Warn-Apps und der sogenannten Cell Broadcast Warnung direkt aufs Handy. Und im Ernstfall gilt hier weiterhin: Heulton hören, Gebäude aufsuchen – und Radio K.W. einschalten.

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