
Die Bezirksregierung Düsseldorf hat die offizielle Baugenehmigung für den ersten Abschnitt der Niederrheinbahn erteilt. Konkret genehmigt sind ein neuer Gleisbogen am Bahnhof Moers-Rheinkamp und die Nutzung der Strecke bis zum Haltepunkt Kamp-Lintfort Süd. Damit kann die frühere Grubenanschlussbahn der Zeche Friedrich-Heinrich wieder für den Personenverkehr genutzt werden. Ein solcher Planfeststellungsbeschluss ist die offizielle Baugenehmigung für große Infrastrukturprojekte – er wird erst erteilt, nachdem alle Einwendungen und Umweltaspekte geprüft wurden. Antragstellerin ist die Niederrheinbahn GmbH – sie betreibt die Trasse zwischen Kamp-Lintfort und dem Bahnhof Rheinkamp bereits seit 2019. Schon 2020 gab es einen Vorgeschmack: Zur Landesgartenschau in Kamp-Lintfort fuhr auf der Strecke ein Probebetrieb. Jetzt folgt der nächste Schritt – der Gleisbogen, der Züge künftig direkt von der bestehenden Bahnstrecke auf die alte Zechenbahntrasse führt. Die genehmigten Planunterlagen liegen vom 3. bis zum 16. Juli im Rathaus Kamp-Lintfort aus – und sind zusätzlich online auf den Seiten der Städte Moers und Kamp-Lintfort sowie der Bezirksregierung Düsseldorf einsehbar.
Was genehmigt ist – und was in Kamp-Lintfort noch aussteht
Es gibt zwei Bauabschnitte – und für beide läuft ein eigenes Verfahren. Abschnitt 1 ist jetzt durch: Gleisbogen am Bahnhof Moers-Rheinkamp und die Strecke bis zum Haltepunkt Kamp-Lintfort Süd. Für Abschnitt 2 läuft das Verfahren noch. Es geht um das rund 1,3 Kilometer lange Teilstück durch den Zechenpark bis zum geplanten Bahnhof Kamp-Lintfort Mitte. Die Niederrheinbahn GmbH hat dafür im Januar 2026 die Genehmigung beantragt. Die Planunterlagen lagen bis Mitte Februar öffentlich aus – Einwendungen konnten eingereicht werden. Eine Entscheidung der Bezirksregierung steht noch aus. Ohne diesen zweiten Abschnitt gibt es keinen Bahnhof in der Innenstadt von Kamp-Lintfort. Wann mit dem Bau begonnen werden kann, hängt also auch von beiden Genehmigungen ab
Niederrheinbahn Kamp-Lintfort – kein Starttermin in Sicht
Einen festen Starttermin gibt es nicht mehr. Ursprünglich sollte der RE44 „Fossa Emscher-Express" – die Linie von Bottrop über Oberhausen, Duisburg und Moers nach Kamp-Lintfort – Ende 2026 in Betrieb gehen. Daraus wird nichts. Brückensanierungen auf der Strecke sind aufwändiger als geplant – das räumte Niederrheinbahn-Geschäftsführer René Zweigel bereits im Februar ein. Bei Voruntersuchungen an mehreren Brücken auf der Strecke sind Mängel aufgetaucht. Die Sanierungskonzepte werden gerade angepasst und mit den zuständigen Behörden abgestimmt. Dazu kommt: Die Deutsche Bahn plant für 2027 umfangreiche Bauarbeiten auf der Strecke zwischen Moers und Oberhausen – das könnte zu weiteren Verzögerungen führen. Wann die ersten Züge regulär zwischen Moers und Kamp-Lintfort rollen, steht derzeit nicht fest.