Niederrheinhalle Wesel: Das Warten auf die Lösung

Die Niederrheinhalle Wesel droht der Abriss. Der TÜV schreibt eine aufwendige Sanierung des Daches und der Fassade vor. Die Suche nach Alternativen soll mit Hilfe eines Büros gelingen. Das gestaltet sich nicht nur aufgrund der Eigentumsverhältnisse schwierig. Eine Sanierung der Niederrheinhalle würde 16,5 Millionen Euro kosten.

© Gerd Hermann / FUNKE Foto Services

2022 wird das kulturelle Angebot in Wesel wohl ein gutes Stück ärmer sein. Ende 2021 ist Stand jetzt Schluss mit der Niederrheinhalle. Nach wie vor wird ein Investor gesucht. Die Suche gestaltet sich aber schwierig. Eine Renovierung würde 16,5 Millionen Euro kosten, wobei zu hinterfragen ist, ob Schwingtanzböden und Akkustikanlagen im Millionenbereich wirklich notwendig sind. Dach und Fassade müssen dagegen erneuert werden. Das schreibt der TÜV zwingend vor. Zweite Schwierigkeit: Das Grundstück gehört den Weseler Schützen, das Gebäude der Stadt. Die Niederrheinhalle ist aber nicht nur Heimat der Schützen und Karnevalisten, es finden dort auch Schulabschlussfeiern, Bälle und Ü-30-Partys statt. Zahlreiche Comedians kommen gerne, weil das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. So wenig einladend die Halle von außen wird, innen hat sie ihren Charme behalten und der Café-Bereich ist liebevoll gestaltet. Die Pächter würden gerne am Standort weiter machen, mussten aber Anfragen für 2022 verneinen. Auch sie stehen mit ihren 12 Angestellten vor einer ungewissen Zukunft.

Wie geht es weiter?

Vor den Kommunalwahlen 2020 passiert erstmal nichts. Ein professionelles Büro soll helfen einen Investor zu finden. Dafür sind im kommenden Haushalt 60.000 Euro veranschlagt. Alternativvorschläge gibt es: Ein Neubau auf der Paradewiese, bei gleichzeitiger Erhaltung der Niederrheinhalle bis zur Fertigstellung der neuen Halle, die etwas kleiner ausfällt und räumlich abtrennbar ist. Angedacht ist offenbar auch ein Tagungshotel mit großem Veranstaltungsraum. Auch eine Kombination aus Bühnenhaus und Halle wurde schon diskutiert. Der Aufbau von Festzelten als Übergangslösung erscheint dagegen unwahrscheinlich.

Mit konkreten Vorschlägen ist vor Anfang 2021 nicht zu rechnen. Immerhin scheint es einen Plan B zu geben. Lebensverlängernde Maßnahmen für die Niederrheinhalle seitens der Stadt sind zumindest nicht kategorisch ausgeschlossen.

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