Nils D. wieder vor Gericht

Diesmal geht es um Mord und Kriegsverbrechen. Der deutsche Konvertit ist offenbar viel tiefer in Gräueltaten des IS verstrickt als bisher angenommen. Wegen Mitgliedschaft in einer Terrororganisation ist er schon zu viereinhalb Jahren verurteilet worden.

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Ab heute steht der schon verurteilte IS-Terrorist Nils D. aus Dinslaken wieder vor Gericht. Ihm werden Kriegsverbrechen und Mord vorgeworfen. Nils D. soll 2014 drei Gefangene in Syrien zu Tode gefoltert haben. Der Dinslakener war als IS-Mitglied schon zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Düsseldorfer Oberlandesgericht hatte deshalb eine neue Klage ursprünglich abgelehnt, weil ein Mensch nicht für die gleiche Tat zweimal bestraft werden darf. Der Bundesgerichtshof sah das anders und läßt das Verfahren zu, weil es sich um neue Vorwürfe handele. Für den Prozess sind 22 Prozesstage angesetzt. Nils D. droht eine lebenslange Haftstrafe. 

 

Der deutsche Konvertit war als Mitglied der sogenannten "Lohberger Brigade" 2013 über die Türkei nach Syrien gereist. Dort hatte er sich der Terrormiliz IS angeschlossen und war nach eigener Aussage dort in einer Spezialeinheit, die Abtrünnige aufspüren sollte. Im ersten Prozess hatte Nils D. die direkte Beteiligung an Tötungen bestritten, neue Erkenntnisse lassen etwas anderes vermuten. Demnach soll der inzwischen 29jährige viel tiefer in die Gräuelttaten des IS verstrickt sein als bisher angenommen.

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