
Im Kreis Wesel sind viel zu wenig Wohnungen für ältere Menschen geeignet. Laut einer neuen Studie des Pestel-Instituts sind aktuell nur rund sechs Prozent der 230.500 Wohnungen bei uns wirklich seniorengerecht. Oft fehlen etwa breite Türen für Rollstühle, barrierefreie Duschen oder genug Platz in der Küche. In rund 69.500 Küchen kreisweit können Menschen mit einem Rollstuhl nicht wenden. Das entspricht etwa 30 Prozent. Bei den Bädern sind über 40 Prozent zu klein. Das Problem wird in den nächsten zehn Jahren noch größer. Insgesamt gehen dann rund 78.200 Menschen im Kreis Wesel in Rente.
Mehr staatliche Hilfe für Umbauten
Weil die meisten Senioren so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben möchten, warnen die Experten jetzt. Es bestehe ein enormer Nachholbedarf bei der Sanierung bestehender Gebäude. Das Pestel-Institut fordert deshalb vom Staat massive und unkomplizierte finanzielle Zuschüsse. Viele Eigentümer zögerten aus Kostengründen, ihre Wohnungen fürs Alter umzubauen. Die heute gängige staatliche Unterstützung von 10 Prozent beim Bad-Umbau sei da nichts anderes als ein ‚Placebo-Zuschuss‘.