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ÖPNV-Streik im Kreis Wesel - morgen wird weiter gestreikt
© NIAG
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ÖPNV-Streik im Kreis Wesel - morgen wird weiter gestreikt

In ganz NRW werden heute über 30 Verkehrsbetriebe bestreikt. Bei uns etwa die Moerser NIAG. Rund 10% der Fahrten sind ausgefallen. Morgen (03.02.) soll wieder gestreikt werden.

Veröffentlicht: Montag, 02.02.2026 14:58

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Die landesweiten Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr waren heute auch im Kreis Wesel spürbar - allerdings nur leicht. Verdi hatte die Beschäftigte der Moerser NIAG dazu aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Nicht betroffen war dagegen deren Tochtergesellschaft Look. Laut NIAG sind rund 10 Prozent der Fahrten ausgefallen. Der Schwerpunkt lag im Kreis Wesel und im westlichen Duisburg. Morgen soll wieder kurzfristig gestreikt werden. Da hier weniger Personen aufgerufen wurden, ist lediglich von wenigen Fahrtausfällen auszugehen, die Auswirkungen sollten also geringer sein als am Montag. Die Niag rät Buspendlern trotzdem dazu, vor der Fahrt die App zu checken. Schlimmer trifft es heute Pendler Richtung Ruhrgebiet etwa in Duisburg, Oberhausen oder Essen. Die Duisburger DVG z.B. bietet lediglich einen Notfahrplan mit ihren Nachtexpressbussen an. Auch Autofahrer waren von den Auswirkungen der Streiks betroffen. Der ADAC spricht im Berufsverkehr (um 8 Uhr) von rund 260 Kilometern Stau auf den Autobahnen in NRW.

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Verdi kämpft für Kürzung der Wochenarbeitszeit

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Die erste Verhandlungsrunde für die landesweit rund 30.000 Beschäftigten war am 21. Januar ohne Ergebnis geblieben. Über 30 kommunale Verkehrsbetriebe sind betroffen in nahezu allen großen Städten wie etwa Duisburg, Oberhausen, Gelsenkirchen und Düsseldorf. Verdi fordert, die wöchentliche Arbeitszeit von 39 Stunden bei vollem Lohnausgleich zu verkürzen. Die Ruhezeit zwischen zwei Schichten soll von 10 auf 11 Stunden erhöht werden. Der Zuschlag für Sonntagsarbeit soll außerdem von 25 Prozent des Stundenentgelts auf mindestens 40 Prozent steigen.  Ohne spürbare Verbesserungen der Arbeitsbedingungen werde es nicht gelingen, den Personalmangel im Nahverkehr zu beheben, so die Gewerkschaft. 

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Arbeitgeber verweisen auf knappe Kassen

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Die Arbeitgeber sehen dagegen die Verkehrswende in Gefahr. Sie werfen Verdi vor, „die Augen vor der Realität der desolaten Finanzlage der kommunalen Nahverkehrsunternehmen“ und der Kommunen zu verschließen. Der Nahverkehr sei ein gewaltiges Zuschussgeschäft. Würde man den Forderungen nachkommen, müsste voraussichtlich an vielen Stellen verstärkt etwa über die Einstellung von Linien und über längere Takte nachgedacht werden. Der Kommunale Arbeitgeberverband Nordrhein-Westfalen verweist auf Steigerungen in den vergangenen Jahren, die „bei der Gewerkschaft scheinbar völlig aus dem Blick geraten“ seien. Die Tarif- und Entgeltbedingungen für die Beschäftigten im kommunalen Nahverkehr in NRW hätten sich deutlich verbessert, so dass dieser bereits jetzt attraktive Arbeitsplätze biete. 

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