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Olympia-Bürgerentscheid läuft noch bis zum 19. April
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Olympia-Bürgerentscheid läuft noch bis zum 19. April

Die Region Rhein-Ruhr stimmt über eine Olympia-Bewerbung ab. Auch Städte direkt vor unserer Haustür sind als Austragungsorte geplant.

Veröffentlicht: Freitag, 10.04.2026 05:20

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In 17 Städten zwischen Dortmund und Köln läuft noch bis Sonntag, den 19. April, ein Bürgerentscheid über die Olympia-Bewerbung der Region Rhein-Ruhr. Die Abstimmung läuft vollständig per Briefwahl. Die Unterlagen sind Ende März automatisch verschickt worden – ohne Antrag. Gefragt wird schlicht: Ja oder Nein zur Beteiligung der jeweiligen Stadt an der gemeinsamen Bewerbung für die Spiele 2036, 2040 oder 2044. Damit das Ergebnis gültig ist, muss eine Mindestbeteiligung erreicht werden. In Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern liegt das sogenannte Abstimmungsquorum bei zehn Prozent. In kleineren Kommunen sind es 20 Prozent. Abstimmungsberechtigt sind alle EU-Bürgerinnen und EU-Bürger ab 16 Jahren, die seit mindestens drei Monaten in einer der beteiligten Städte gemeldet sind. Erste Zwischenstände zeigen: In vielen Städten ist das Quorum bereits erreicht. Ob am Ende mehr Ja- als Nein-Stimmen dabei sind, steht erst nach der Auszählung am Abend des 19. April fest.

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Duisburg, Oberhausen und Krefeld sind als Austragungsorte eingeplant

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In Duisburg sollen Kanu-Rennsport, Rudern und Sportklettern stattfinden – an der Regattabahn, die dafür bereits gut aufgestellt ist. Über 350.000 Duisburgerinnen und Duisburger sind abstimmungsberechtigt. Auch Oberhausen und Krefeld sind Teil der Bewerbung. Oberhausen ist für Volleyball eingeplant, Krefeld für Rollstuhlrugby in der Yayla-Arena. Insgesamt sollen 95 Prozent der benötigten Sportstätten bereits vorhanden sein – das ist eines der zentralen Argumente der Befürworter. Köln übernimmt dabei die Rolle der sogenannten Leading City. Dort sind das Olympische Dorf und ein temporäres Leichtathletik-Stadion geplant, das sich nach den Spielen in ein Wohnquartier verwandeln soll. Die Gesamtkosten werden mit rund fünf Milliarden Euro angegeben. Kritiker des Projekts – sie nennen sich „Nolympia" – halten die Bewerbung für zu teuer und zu wenig nachhaltig. Sie verweisen außerdem auf marode Straßen und einen unzuverlässigen Nahverkehr im Land.

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Wie geht es nach dem 19. April weiter

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Ein Ja der Bevölkerung ist erst der Anfang. Am 26. September entscheidet der Deutsche Olympische Sportbund in einer Mitgliederversammlung, welche deutsche Stadt oder Region ins internationale Rennen geht. Neben Rhein-Ruhr bewerben sich auch München, Hamburg und Berlin. München hat bereits einen Bürgerentscheid hinter sich – mit 66 Prozent Zustimmung. Hamburg stimmt Ende Mai ab. In Berlin gibt es keinen Bürgerentscheid. International gilt die Konkurrenz als stark. Als weitere Kandidaten gelten Budapest, Doha, Istanbul und Santiago de Chile. Das Internationale Olympische Komitee entscheidet frühestens 2027 über die Vergabe. Sollte Rhein-Ruhr das Rennen machen, wären es die ersten Olympischen Spiele in Deutschland seit München 1972.

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