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Plädoyer im Klette-Prozess zum Duisburger Geldtransporter-Überfall
© Reto Klar / FUNKE Foto Services
Unterstützung in Berlin-Kreuzberg für RAF-Terroristin Daniela Klette am 28. Februar 2024.
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Plädoyer im Klette-Prozess zum Duisburger Geldtransporter-Überfall

Die Staatsanwaltschaft hat im Prozess gegen die frühere RAF-Terroristin Daniela Klette ihr Plädoyer gehalten. Auf der Anklageliste steht auch ein Überfall auf einen Geldtransporter in Duisburg aus dem Jahr 1999.

Veröffentlicht: Mittwoch, 29.04.2026 09:39

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Am 30. Juli 1999 keilen maskierte Täter einen Geldtransporter auf dem Parkplatz eines Duisburger Großhandelsmarktes ein. Sie rammen das Fahrzeug und bedrohen die beiden Wachleute mit einer Panzerfaust, einer Maschinenpistole und einem Sturmgewehr. Laut Aussage eines der Wachleute werden sie gezwungen, sich auf den Boden zu legen. Er habe in diesem Moment Todesangst gehabt, sagte er später in einer Vernehmung. Die Täter erbeuten rund eine Million Mark – umgerechnet etwa 519.000 Euro. Dann fliehen sie. Der Fall bleibt jahrelang ungelöst. Erst Jahrzehnte später gerät das ehemalige RAF-Mitglied Daniela Klette ins Visier der Ermittler. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sie an dem Überfall in Duisburg beteiligt war. Klette und ihre mutmaßlichen Komplizen Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub sollen sich mit solchen Überfällen ihr Leben im Untergrund finanziert haben – insgesamt mehr als 2,7 Millionen Euro sollen sie so erbeutet haben.

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Plädoyer der Staatsanwaltschaft: Langjährige Haftstrafe gefordert

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Seit Ende März 2024 steht Daniela Klette vor dem Landgericht Verden. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft ihr Plädoyer gehalten. Sie wirft der 66-Jährigen versuchten Mord, schweren Raub als Mitglied einer Bande sowie Verstöße gegen das Waffen- und Kriegswaffenkontrollgesetz vor. Die Staatsanwaltschaft spricht von Taten mit erheblicher krimineller Energie. Laut Staatsanwaltschaft habe Klette ihre Rolle dabei in unerträglicher Weise verharmlost. Bei ihrer Festnahme im Februar 2024 in Berlin finden Ermittler in ihrer Wohnung Waffen, Munition, mehr als ein Kilogramm Gold und rund 240.000 Euro Bargeld. Dazu kommen Fotos, Skizzen und Routenpläne von Geldtransportern und Supermärkten. An ungewaschener Kleidung können Experten DNA-Spuren von Klette und ihrem mutmaßlichen Komplizen Garweg sichern. Klette selbst äußert sich vor Gericht nicht zu den Vorwürfen. Ihre mutmaßlichen Komplizen Garweg und Staub sind bis heute flüchtig. Ein Urteil wird frühestens Ende Mai erwartet. Daniela Klette droht eine langjährige Haftstrafe – und danach möglicherweise ein weiteres Verfahren wegen Anschlägen aus ihrer Zeit bei der RAF.

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