
In der Nacht ist wieder ein Castor-Transport mit radioaktivem Müll durch den Kreis Wesel gerollt. Diesmal blieb es aber nicht bei den üblichen Mahnwachen in Ahaus und Jülich. Auf der A31 bei Schermbeck gab es eine spektakuläre Protestaktion. Einige Umweltaktivisten seilten sich von der Wildtierbrücke ab. Dort hängten sie ein Banner auf mit den Worten "Stoppt den Scheiß". Die Polizei verzögerte sich die Weiterfahrt des Konvois dadurch. Auch die Autobahn wurde gesperrt. Wie die Polizei mitteilte, nahmen die Beamten einen 20-jährigen Mann, eine 37-jährige Person und eine 30-jährige Frau in Gewahrsam. Die Aktivisten müssen jetzt mit einem Strafverfahren rechnen.
Castortransporte verzögern sich um ein Jahr
Die Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus sind eines der größten Atommüll-Projekte auf der Straße seit Jahrzehnten. Die Anti-Atomkraft-Bewegung sei weiterhin an dem Thema dran. Insgesamt sollen 152 Behälter per Schwerlasttransport in das Zwischenlager verbracht werden. Seit März sind allerdings erst 23 davon geschafft. Das NRW-Wirtschaftsministerium geht davon aus, dass sich die Fahrten bis voraussichtlich Sommer 2028 hinziehen - und damit ein Jahr länger als ursprünglich geplant. Das muss aber noch genehmigt werden. Warum nicht mehrere Castoren gleichzeitig in einem Konvoi fahren, unterliegt aus Sicherheitsgründen der Geheimhaltung.