
Vor dem Landgericht Kleve beginnt heute der Prozess um ein Pop-Up-Bordell in Goch. Angeklagt sind eine 26-jährige Frau und ein 36-jähriger Mann aus Kleve wegen Zwangsprostitution. Außerdem wird ihnen sexueller Missbrauch von Jugendlichen und Ausbeutung vorgeworfen. Laut Anklage haben die beiden im September eine damals 15-Jährige zu sexuellen Handlungen gezwungen. In Goch und Kleve soll es zu mindestens 15 Treffen mit Freiern gekommen sein. Organisiert wurden sie offenbar über eine Online-Plattform, so die Staatsanwaltschaft. Genutzt wurden demnach angemietete Ferienwohnungen.
Pop-Up-Bordelle nehmen bundesweit zu
Den beiden Angeklagten wird auch vorgeworfen, sich selber an der 15-Jährigen vergangen zu haben. Sie sollen ihr außerdem in mehreren Fällen Amphetamine und Cannabis besorgt haben. Für den Prozess sind bisher drei Termine bis Ende Mai angesetzt. So genannte Pop-Up-Bordelle haben in den vergangenen Jahren in ganz Deutschland zugenommen. Vermieter von Ferienwohnungen werden auch ausdrücklich davor gewarnt. Die Zuhälter richten hier nur für begrenzte Zeit Bordelle ein. Sie nutzen dabei, dass immer mehr Unterkünfte keine Rezeption haben und über Codes zugänglich gemacht werden - ohne Kontrolle.