
Ein falscher Notfallsanitäter soll für den Tod eines Patienten in Kamp-Lintfort verantwortlich sein. Seit heute steht der 30-Jährige wegen Totschlags vor Gericht. Zum Auftakt gab er zu, mit gefälschten Papieren gearbeitet zu haben. Eine Tötungsabsicht stritt er aber ab. Bei dem Einsatz in Kamp-Lintfort soll er die falschen Medikamente verabreicht haben. Er sei aber davon ausgegangen, er habe richtig gehandelt. Ausgebildet ist der 30-Jährige als Berufskraftfahrer.
Prüfung zum Rettungssanitäter scheiterte
«Ich wollte Menschen helfen», sagte der Angeklagte vor Gericht. Deshalb hatte er laut seinem Anwalt nach einer Zeit als Busfahrer auch die Branche wechseln wollen: Jahre bevor er begann, Zeugnisse, Bescheinigungen und andere Dokumente zu fälschen, hatte er versucht, die dreimonatige Schulung zum Rettungssanitäter zu bestehen. Er scheiterte an der schriftlichen Prüfung. Immer wieder war er daraufhin mit Urkundenfälschungen aufgefallen.
Behandlungsfehler auch in Wermelskirchen
Der Rettungswache am Niederrhein war der Angeklagte wegen vieler Krankheitsfälle im Team über eine Zeitarbeitsfirma kurzzeitig an die Seite gestellt worden. Dabei soll es zu dem verhängnisvollen Fehler gekommen sein. Auch in Wermelskirchen soll der 30-Jährige einen Patienten falsch behandelt haben. Laut Anklage wollte er einem Patienten mit Lungenödem eine Infusion legen, die ihn hätte ersticken lassen können. Der Mann konnte durch Eingreifen einer Kollegin gerettet werden.