
Eine schwimmende Müllfalle namens "RheinKrake" hat bei Köln über ein Jahr lang Müll aus dem Rhein gefischt. Forscher der Universitäten Bonn und Tübingen haben zusammen mit dem Verein K.R.A.K.E. über 20.000 Müllteile gesammelt und sortiert. Die Falle schwimmt auf Höhe der Zoobrücke und fängt Abfall ab, der größer als ein Zentimeter ist. Täglich treiben etwa 53.000 Müllteile an Köln vorbei. Das macht pro Jahr zwischen 2.000 und 4.000 Tonnen Müll. Frühere Schätzungen lagen um das 22-fache niedriger. Die meisten Abfallteile bestehen aus Kunststoff. Besonders viele Einwegprodukte schwimmen im Rhein.
Die Forscher sehen vor allem Verbraucher als Verursacher des Müllproblems. Über die Hälfte des Abfalls stammt aus privaten Haushalten. Dazu gehören Holzstäbe von Feuerwerk, Glasflaschen und Plastikdeckel. Nach Silvester steigt die Müllmenge stark an. Auch bei Hochwasser spült mehr Abfall in den Fluss. Die Wissenschaftler empfehlen mehr Pfandflaschen und häufigere Müllsammlungen am Rheinufer. Ein Großteil des Mülls landet später in der Nordsee. Die Studie erscheint im Fachmagazin "Communications Sustainability". Hier geht es zur Studie der Uni Bonn.