
Die Schifffahrt auf den Rhein leidet gerade wegen des niedrigen Wasserstands. So früh im Jahr kommt es nur selten vor, dass schon Ladung reduziert werden muss. In Wesel liegt der Pegel laut dem Internetportal Elwis gerade bei 1 Meter 20. Damit ist er allein in den letzten Tagen um rund 40 Zentimeter gesunken. Und erstmal geht es auch weiter abwärts. Ab einer Marke von 1 Meter 44 wird von einem "mittleren Niedrigwasser" gesprochen. Den historischen Tiefststand hatte der Weseler Pegel vor rund vier Jahren mit nur 88 Zentimetern.
Thyssenkrupp Steel senkt vorsorglich die Produktion
Die niedrigen Pegelstände treffen zum Beispiel auch Thyssenkrupp Steel. Das Unternehmen musste seine Produktion leicht reduzieren. Das Niedrigwasser hat sich auf die Versorgung des Duisburger Werkes mit Rohstoffen ausgewirkt. Die eigene Schubschifffahrt habe man schon eingestellt. Stattdessen werden aktuell vorsorglich angemietete, externe Schiffe eingesetzt. Die Kundenversorgung sei aber bisher nicht gefährdet, heißt es von TKSE. Eine firmeneigene Task Force bewerte die weitere Entwicklung und die Folgen auf Versorgung und Produktion.
Sorge bereitet das frühe Niedrigwasser
Der Rhein ist mit Abstand die wichtigste Wasserstraße in Deutschland. Der niedrige Pegel verteuert Transpore und belastet Lieferketten. Wie groß die Einschränkung für die Schifffahrt bei Niedrigwasser ist, hängt auch von der jeweiligen Fracht ab. Bei leichtem Kunststoffgranulat ist die Gewichtsgrenze weniger problematisch als etwa für Baustoffe. Generell ist die Schifffahrt Niedrigwasser gewohnt. Sorge bereitet aber, dass es schon im Juli auftritt.