
Die Ruhrfestspiele in Recklinghausen starten in knapp vier Wochen. Vom ersten Mai bis zum 13. Juni gibt es dort 80 Produktionen mit 220 Veranstaltungen – Theater, Tanz, Zirkus, Musik und Kabarett. Das Motto in diesem Jahr lautet „Erschrecken und Erstaunen". Eine Besonderheit gibt es in diesem Jahr: Das Große Haus im Ruhrfestspielhaus ist wegen eines Umbaus geschlossen. Die Sanierung der Bühnentechnik kostet mehr als 18 Millionen Euro und dauert noch bis in den Sommer. Stattdessen steht im Stadtgarten hinter dem Festspielhaus ein Festspielzelt mit knapp 500 Plätzen.
Roboter, iranisches Drama und große Namen
Die Eröffnungsinszenierung kommt aus Taiwan. Choreograf Huang Yi tanzt darin mit einem Industrieroboter – eine Begegnung zwischen Körper und Maschine. Das Stück ist seit zehn Jahren auf Tour und hat weltweit Publikum begeistert. Dann folgt die Schauspieleröffnung: ein iranisches Flüchtlingsdrama in persischer Sprache mit deutschen Übertiteln. In „Das Kind" geht es um drei Frauen, die mit einem Kind an einer europäischen Grenze festsitzen. Ob die Schauspieler aus dem Iran einreisen können, ist noch offen. Intendant Olaf Kröck stellt klar: Gibt es keine Einreise, fällt das Stück aus – ohne Nachbesetzung. Auf dem Programm stehen außerdem drei Uraufführungen und sechs Deutschlandpremieren. Bekannte Namen sind Katja Riemann, Katharina Thalbach, Joachim Król und Kabarettistin Katrin Bauerfeind. Die Ruhrfestspiele feiern in diesem Jahr ihren 80. Geburtstag – entstanden aus dem Tausch von Kunst gegen Kohle im Nachkriegswinter 1946.