Schachtturm-Rückbau auf Rossenray in Kamp-Lintfort gestartet

Seit acht Jahren ist der Bergbau am Niederrhein Geschichte - so auch bald der Schachtturm Rossenray in Kamp-Lintfort.

© Michelle Bollen / Radio K.W.

Für den Rückbau des Schachtturms setzt die Firma RAG Montan Immobilien erstmalig eine neue Methode um: Ein 600 Tonnen schwerer Raupenkran wird eingesetzt. Der soll in den ersten Wochen täglich einen Meißelbagger auf das Dach des Turms heben. Von dort aus meißelt er den Stahlturm auf mehreren Etappen weg. Seit drei Monaten wird am Rückbau des 100 Meter hohen Förderturms gearbeitet. Bis zum Ende des Jahres sollen die Arbeiten andauern.

Sprengung zu gefährlich

Für den Abriss des Förderturms an sich wäre eine Sprengung zwar die einfachere Lösung gewesen - diese hätte sich laut RAG aber nicht rentiert: die Sicherheits- und Evakuierungsmaßnahmen seien zu aufwendig. Außerdem sei eine Sprengung aufgrund der großen Erschütterungen für das Umfeld zu gefährlich.

Zahlen und Fakten

Der Stahlbeton-Förderturm wurde 1962 gebaut - ein Jahr später ist er für die Steinkohleförderung erstmals eingesetzt worden. Nachdem die Schachtanlage Rossenray Ende 2012 endgültig stillgelegt wurde, läuft seit Oktober 2019 der Rückbau des Förderturms. Für die Arbeiten auf dem Dach des Turms, musste zunächst ein 21 Tonnen schwerer Käfig angefertigt werden. Darin wurde der 26 Tonnen schwere Meißelbagger befestigt. Der wird in den nächsten Wochen täglich bis auf das Schachtturmdach gehoben. Der Baggerfahrer wird separat hochgehoben. Das Ganze soll etwa 15 Minuten dauern. Bis auf 70 Meter meißelt der Bagger den Turm nach und nach ab - etwa 10.000 Kubikmeter Bau- und Betonschutt fallen dabei an. Dann kommt die klassische Abrissbirne zum Einsatz. Wenn alles gut geht und das Wetter mitspielt, ist der Rückbau Ende 2020 abgeschlossen - dann soll auf die 13 Hektar große Fläche der Schachtanlage Rossenray zu einer Gewerbe- und Industriefläche werden.


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