
Der Prozess um die Schießerei auf dem Altmarkt in Duisburg-Hamborn muss nochmal aufgerollt werden. Die Haftstrafe gegen einen der beiden Angeklagten wurde aufgehoben. Der Bundesgerichthof hatte Einwände gegen den Schuldspruch wegen Landfriedensbruchs. Das Landgericht muss damit neu verhandeln und entscheiden. Die Schießerei mit insgesamt 100 Beteiligten hatte im Mai 2022 für großes Aufsehen gesorgt. Vier Menschen waren verletzt worden, als Rocker mit einer türkisch-libanesischen Großfamilie aneinandergerieten. Der Prozess letztes Jahr gegen zwei Beteiligte fand unter massiven Sicherheitsvorkehrungen statt. Am Ende gab es Haftstrafen zwischen zweieinhalb und fünf Jahren.
Bis heute ist der Auslöser der Schießerei im Unklaren
Die Hintergründe der Schießerei sind bis heute nicht ganz klar. Die Richter in Duisburg hielten es für möglich, dass die Hells Angels Besitzansprüche an einem Döner-Laden geltend machen wollten, der von einem Mitglied der Großfamilie betrieben wurde. Laut Urteil vom letzten Jahr war die Großfamilie zunächst vor den Rockern zurückgewichen, dann fielen Schüsse. Das Landgericht Duisburg verhängte die Strafen gegen die beiden Männer wegen Körperverletzung, Landfriedensbruch und illegalen Waffenbesitzes. Sie hatten im Prozess gestanden, mehrere Schüsse abgegeben zu haben.