So geht Breitband auf dem Land

So geht Breitband auf dem Land
© Alexander Heinl (dpa)

Schnelles Internet

Berlin (dpa/tmn) - Stehen am Wohnort weder Kabel- noch DSL-Anschluss zur Verfügung, und ist auch kein Ausbau in Planung, kann Internet übers Mobilfunknetz ein Ausweg sein.

Selbst in abgelegenen Landstrichen sind je nach LTE-Netzausbau Geschwindigkeiten von bis zu 500 Megabit (Mbit) pro Sekunde im Down- und 50 Mbit pro Sekunde im Upload möglich, berichtet «Finanztest» (Ausgabe 10/20).

Allerdings sind die sogenannten LTE-Zuhause-Tarife eher teuer. Und man sollte sich vor einer Buchung genau überlegen, wie viel Datenvolumen benötigt wird, raten die Experten. Denn ist das Volumen verbraucht, wird das Tempo gedrosselt. Die Folge: Surfen mühsam, Streaming nahezu unmöglich. Es gibt deshalb auch Tarife, bei denen man Volumen nachkaufen kann.

Social Media ist ein Datenfresser

Internetsurfen etwa verbraucht ganz unterschiedlich viel Daten, je nachdem, wie viel Fotos oder Werbebanner auf einer Seite sind. Die Spannbreite reicht in etwa von 0,2 Megabyte (MB) für eine Suchmaschinenabfrage bis hin zu 200 MB für eine halbe Stunde, die man in sozialen Netzwerken unterwegs ist. 1024 MB entsprechen übrigens 1 Gigabyte (GB).

Das Streamen von Filmen und Serien schlägt den Angaben zufolge mit bis zu 3 GB stündlich zu Buche, wobei sich die Datenmenge drastisch reduzieren lässt, wenn man nur SD-Qualität wählt. Viel genügsamer ist auch ein Videochat, der den Angaben zufolge nur 30 MB pro Stunde benötigt. Ein «Kleinverbraucher» mit 30 bis 60 MB stündlich ist auch das Streamen von Internetradio.

Lieber etwas mehr Datenvolumen

Zur Orientierung: Haushalte mit Breitbandanschluss verbrauchten «Finanztest» zufolge 2019 durchschnittlich 139 GB im Monat, Tendenz steigend. Je nach individuellem Nutzerverhalten können die Ausschläge natürlich stark nach oben oder unten abweichen. Die Experten raten deshalb, sicherheitshalber lieber etwas mehr Daten zu veranschlagen.

Für einen mittleren Datenvolumen-Bedarf seien etwa die Tarife Homespot 100 von Congstar mit 125 GB und My Data Spot 100 GB von O2 empfehlenswert. Beide Tarife kosten monatlich knapp 30 Euro. Singles können als Alternative auch über einen leistungsstarken Smartphone-Tarif nachdenken.

Homeoffice verlangt unbegrenzte Daten

Allen, die mit LTE-Zuhause-Tarifen ihr Homeoffice bestreiten und viel online recherchieren sowie per Videochat kommunizieren müssen, raten die Experten im Zweifel zu unbegrenztem Datenvolumen. Der günstigste Tarif, der das bietet, sei My Data Spot Unlimited von O2 für knapp 50 Euro monatlich (Router einmalig rund 21 Euro). Deutlich teurer bei höheren Übertragungsgeschwindigkeiten seien die Tarif Gigacube Pro von Vodafone für 75 Euro im Monat und Magentatmobil Speedbox XL für 73 Euro.

Bei der Entscheidung für einen Tarif sollte man sicher gehen, dass dieser vor Ort das beste Netz bietet. Hier helfen die Netzabdeckungskarten von Telekom, Vodafone und Telefónica (O2) ebenso weiter wie Erfahrungsberichte von Nachbarn.

Nomadentum mit Gigacube und Speedbox

Die meisten LTE-Zuhause-Tarife sind an einen Standort gebunden, nur Vodafones Gigacube- und die Speedbox-Tarife der Telekom lassen sich ohne Ummeldung und Zuzahlung an verschiedenen Orten einsetzen. Und die Telekom-Tarife Speedbox und Speedbox Flex sind die einzigen, zu denen es einen Router mit Akku gibt. Die Installation der LTE-Zuhause-Anschlüsse ist leicht. Nach Buchung des gewünschten Tarifs muss nur noch der vom Anbieter gelieferte Router an die Steckdose gehängt werden.

Allerdings wird an einem LTE-Zuhause-Anschluss schnell spürbar, dass die Signale über den Mobilfunk kommen. Sind gerade viele Nutzerinnen und Nutzer in einer LTE-Funkzelle aktiv, ist das Netz womöglich überlastet, und die Datenübertragung wird langsam, warnen die Experten. LTE-Zuhause-Tarife beinhalten zudem meist keine Rufnummer und keine Freischaltung für die Mobilfunk-Telefonie.

© dpa-infocom, dpa:200915-99-566739/2

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