
Das Sozialgericht Duisburg zieht Bilanz für 2025 – und die Zahlen sind deutlich. Fast 10.850 neue Verfahren sind eingegangen. Das sind gut 13 Prozent mehr als im Jahr davor. Das Gericht ist auch für den Kreis Wesel zuständig. Besonders stark gestiegen sind die Eilanträge – um mehr als 53 Prozent. Das sind Verfahren, bei denen Menschen nicht monatelang auf ein Urteil warten können. Die häufigsten Streitthemen sind Bürgergeld, Krankenversicherung und Sozialhilfe. Allein beim Bürgergeld gehen über 3.200 neue Verfahren ein – rund 30 Prozent aller Fälle.
Künstliche Intelligenz beschäftigt das Gericht
Ein neues Phänomen sorgt für Mehrarbeit. Immer mehr Menschen stellen ihre Anträge ohne Anwalt – und nutzen dafür Künstliche Intelligenz. Die KI-Texte sind oft sehr lang. Und manchmal schlicht falsch. Das Gericht spricht von sogenannten KI-Halluzinationen – die KI erfindet Urteile, die es gar nicht gibt, oder beruft sich auf eine falsche Rechtslage. Das kostet die Richterinnen und Richter viel Zeit. Trotzdem hat sich die durchschnittliche Verfahrensdauer leicht verbessert – auf knapp 14 Monate. Mehr als die Hälfte aller Klagen ist in unter zwölf Monaten erledigt. Gerichtspräsident Andreas Ostheimer sieht den verantwortungsvollen Umgang mit KI als eine der zentralen Aufgaben der Justiz in den kommenden Jahren.