
Montag Nachmittag hat in Duisburg der symbolische Spatenstich für den Neubau der Berliner Brücke stattgefunden. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder ist eigens für den Festakt angereist. An seiner Seite stehen Vertreter der Autobahn GmbH und der Landespolitik. Die Niederrheinische IHK begrüßt den Baustart ausdrücklich. IHK-Präsident Werner Schaurte-Küppers sagt, man sei erleichtert, dass das Projekt jetzt Fahrt aufnehme. Jede dritte Autobahnbrücke in Deutschland sei marode – der Druck auf die Infrastruktur sei enorm. Die A59 verbindet den Duisburger Hafen und die anliegende Industrie mit dem überregionalen Autobahnnetz – auch für Pendler aus dem Kreis Wesel und dem Niederrhein ist sie täglich relevant. Allein in den Ersatzneubau der Berliner Brücke investiert der Bund rund 450 Millionen Euro – für den gesamten A59-Ausbau sind 2,5 Milliarden Euro eingeplant. Die erste neue Teilbrücke soll bis Herbst 2029 fertiggestellt sein. Dann wird der Verkehr auf den Neubau umgelegt – anschließend folgt der Abriss der alten Konstruktion und der Bau der zweiten Teilbrücke.
Duisburger Stadtspitze bleibt dem Festakt fern – und macht Gegendruck
Die Duisburger Stadtspitze ist dem Spatenstich demonstrativ ferngeblieben – rund 50 Ratsleute ebenfalls. Zwei Stunden vor dem offiziellen Festakt organisierte Oberbürgermeister Sören Link eine eigene Pressekonferenz am Meidericher Stadtpark. Vor über 120 Anwesenden spricht Link von einem verkehrspolitischen Offenbarungseid. Die Autobahn GmbH und das Bundesverkehrsministerium würden die Lebensrealität der Menschen im Duisburger Norden bewusst ignorieren. Der Kern des Streits: Die Stadt begrüßt zwar den Ersatzneubau der Berliner Brücke – lehnt aber die weitergehenden Ausbaupläne strikt ab. Auf sieben Kilometern soll die bestehende Hochstraße auf bis zu neun Fahrstreifen verbreitert werden – fast die doppelte Ausdehnung. Über 30.000 Menschen sind direkt betroffen, die Autobahntrasse rückt teils noch näher an Wohnhäuser heran. Für den Gesamtausbau gibt es noch kein Baurecht – eine vorläufige Sondergenehmigung erlaubt bislang nur den Brückenneubau selbst. Die Stadt schließt eine Klage gegen die Gesamtplanung weiterhin ausdrücklich nicht aus.