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Stahl-Krise trifft Kreis Wesel
© Ralf Rottmann/ Funke Foto Services
ThyssenKrupp Duisburg. Blick auf das Stahlwerk und die Kokerei von ThyssenKrupp am Montag den 27. Januar 2025 in Duisburg Alsumer Berg.
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Stahl-Krise trifft Kreis Wesel

Die Stahlkrise in Deutschland trifft auch den Kreis Wesel direkt. Denn viele Menschen aus Moers, Dinslaken oder Voerde arbeiten bei Thyssenkrupp in Duisburg – und dort werden Tausende Stellen gestrichen.

Veröffentlicht: Dienstag, 21.07.2026 12:47

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Die Stahlindustrie in Deutschland produziert wieder mehr – doch die Krise ist nicht vorbei. Im ersten Halbjahr 2026 wurden rund 18,6 Millionen Tonnen Rohstahl hergestellt. Das sind neun Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Trotzdem reicht das nicht. Für eine wirtschaftlich gesunde Auslastung braucht die Branche mindestens 40 Millionen Tonnen pro Jahr. Hochgerechnet kommt man 2026 aber nur auf rund 37 Millionen Tonnen. Die Nachfrage aus Bau, Maschinenbau und Autoindustrie bleibt schwach. Kerstin Maria Rippel, Hauptgeschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Stahl, sagt: Echte Erholung beginnt erst, wenn die reale Stahlnachfrage zurückkommt. Neue EU-Zölle auf Billigstahl aus Asien gelten seit Juli – die Branche hofft, dass das hilft. Und der Stahlhersteller Salzgitter hat seine Prognose für 2026 gerade angehoben – immerhin ein kleines Zeichen.

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Altersteilzeit-Streit trifft Beschäftigte im Kreis Wesel

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Für viele Menschen im Kreis Wesel ist die Lage besonders ernst. Thyssenkrupp Steel hat seinen Hauptsitz in Duisburg – direkt an der Kreisgrenze. Tausende Pendlerinnen und Pendler aus Moers, Dinslaken, Voerde und anderen Städten im Kreis fahren dort täglich zur Arbeit. Thyssenkrupp baut insgesamt 11.000 Stellen ab. Auch bei den Hüttenwerken Krupp Mannesmann, kurz HKM, sollen 1.700 Stellen wegfallen – nach der Übernahme durch Salzgitter. Bisher wurden solche Stellenstreichungen vor allem über die sogenannte Block-Altersteilzeit sozialverträglich abgefedert. Dabei arbeiten Beschäftigte zunächst voll, danach gar nicht mehr – und bekommen trotzdem mindestens 70 Prozent ihres Gehalts. Doch genau dieses Modell will die Rentenkommission jetzt abschaffen. IG Metall und Arbeitgeber warnen gemeinsam: Ohne die Block-Altersteilzeit wird der Umbau für die Betroffenen deutlich härter. Knut Giesler, NRW-Chef der IG Metall, spricht von „einer der letzten sicheren Brücken in einen würdigen Ruhestand". NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann dagegen folgt der Rentenkommission – er hält das Modell für eine versteckte Frühverrentung. Einen Gesetzentwurf gibt es bisher noch nicht. Wie es weitergeht, ist offen.

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