
In Moers soll das Streetwork-Projekt in der Innenstadt verlängert werden. Sozialarbeiter suchen dabei gezielt Kontakt zu Menschen, die öffentlich Alkohol oder Drogen konsumieren. Laut Kreisverwaltung konnten sie schon erfolgreich Vertrauen aufbauen und Hilfsangebote vermitteln. Auch Konflikte mit Geschäftsleuten konnten schon geschlichtet werden. Das Projekt war letztes Jahr vor allem mit Blick auf die Mühlenstraße gestartet. 2024 hatte hier eine brutale Attacke von zwei Jugendlichen auf Obdachlose für Entsetzen gesorgt. Eines der Opfer war später im Krankenhaus gestorben. Nächste Woche berät der zuständige Kreisausschuss über die Fortsetzung des SIM-Projektes.
Kosten von 100.000 Euro im Jahr
Die zwei Streetworker werden mit je einer halben Stelle eingesetzt - nicht nur an der Mühlenstraße, sondern auch an sogenannten „Hotspots“ wie am Königlichen Hof oder im Bahnhofsbereich. Die Trägerschaft haben Diakonie und Caritas übernommen. Die Verlängerung ist um ein Jahr bis Ende 2027 geplant. Die Kosten von 100.000 Euro im Jahr sollen sich auch weiter Kreis und Stadt teilen. Danach wird das Projekt voraussichtlich in anderer Form weitergehen. Die aufsuchende Sozialarbeit hat sich als so effektiv erwiesen, dass sie ab 2028 fest in die neue, kreisweite Suchthilfestruktur integriert werden soll.