
In Wesel rollen die Bagger. Der zweite Bauabschnitt der Südumgehung startet jetzt zwischen der Schermbecker Landstraße und der Wackenbrucher Straße. Für Anwohner und Pendler bedeutet das: jahrelange Umleitungen und Geduld. Die Wackenbrucher Straße wird ab Mai für rund drei Jahre vollständig gesperrt. Wer dort wohnt oder fährt, muss dann Umwege über die Fusternberger Straße und die Clarenbachstraße nehmen. Die Straße In der Luft wird zur Anliegerstraße – Schleichverkehr soll so verhindert werden. Reicht das nicht, kündigt Straßen NRW Polizeikontrollen an. An der Kreuzung Schermbecker Landstraße und Hagerstownstraße entsteht eine offene Unterführung – die neue Bundesstraße kreuzt dort die Schermbecker Landstraße unterirdisch. Die Schermbecker Landstraße selbst bleibt dabei weitgehend offen – die Arbeiten laufen in Etappen. Eine kurze Vollsperrung gibt es aber im Mai, wenn Leitungen verlegt werden.
Kampfmittel im Boden und steigende Kosten
Nach den Osterferien beginnen auf der Trasse umfangreiche Grabungen. Im Boden liegen möglicherweise noch Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg. In alten Laufgräben und Schützenlöchern entlang der Strecke könnten explosive Relikte stecken. Die Erde wird dort deshalb vorsichtig und ständig begleitet von Feuerwerkerinnen und Feuerverkern abgetragen. Anwohner im Umkreis von 50 Metern zur Trasse bekommen Besuch von Gutachtern – die sichern mögliche Schäden durch Erschütterungen und Baulärm ab. Das betrifft 89 Wohneinheiten. Gebaut wird werktags zwischen 7 und 20 Uhr – im gesetzlichen Rahmen, versichert Straßen NRW. Die Gesamtkosten für die Südumgehung sind inzwischen auf 340 Millionen Euro gestiegen – 2019 waren es noch 220 Millionen. Fertig soll das gesamte Projekt bis 2032 sein. Wer Fragen hat, kann mittwochs zwischen 14 und 15 Uhr die Sprechstunde von Straßen NRW im Baubüro am Lippeglacis 14 in Wesel nutzen.