
Im Kreis Wesel leben nach Schätzungen der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten mehr als 22.800 Menschen, die ihre Energierechnungen nicht pünktlich bezahlen können. Die NGG bezieht sich dabei auf Angaben des Statistischen Bundesamtes. Bundesweit haben fünf Prozent der Bevölkerung Probleme beim Bezahlen von Strom- und Gasrechnungen. Mieter sind dabei häufiger im Zahlungsrückstand als Menschen mit Wohneigentum. Betroffen sind Singles, Paare, Familien mit Kindern und Seniorenhaushalte. Die steigenden Energiepreise setzen besonders Menschen mit niedrigen Einkommen unter Druck. Wer im Kreis Wesel nur den Mindestlohn bekommt, muss jeden Cent zweimal umdrehen. Für diese Menschen wird Strom mehr und mehr zum Luxusgut.
NGG-Geschäftsführer Adnan Kandemir fordert die Bundesregierung auf, die Stromsteuer für private Haushalte zu senken. Das steht auch im Koalitionsvertrag von Union und SPD. Der Effekt wäre sofort spürbar und würde den Menschen prompt helfen. Kandemir appelliert an die Bundestagsabgeordneten aus dem Kreis Wesel, sich in Berlin für einen dauerhaften Stromsteuer-Rabatt einzusetzen. Die Gewerkschaft will auch, dass Stromnetze in öffentliche Hand kommen. Außerdem soll die geplante Senkung der Stromnetzentgelte umgesetzt werden. Im Kreis Wesel arbeiten allein in der Ernährungswirtschaft rund 3.520 Menschen in 72 Betrieben. Diese Arbeitsplätze dürfen nicht durch hohe Energiekosten gefährdet werden.