
Der Leiterplattenhersteller Unimicron Germany stellt seinen Betrieb in Geldern ein. Die Gesellschafterin hat die Auflösung der Unimicron Germany GmbH zum 1. November beschlossen, teilt das Unternehmen mit. Es handle sich um eine freiwillige Liquidation, nicht um eine Insolvenz. Als Gründe nennt Unimicron anhaltende Verluste und ein schwieriges Marktumfeld. Der Mutterkonzern aus Taiwan habe den Standort über Jahre finanziell unterstützt, eine wirtschaftlich tragfähige Lösung sei aber nicht zustande gekommen. Neue Aufträge nimmt das Unternehmen nach eigenen Angaben nicht mehr an, bestehende sollen noch abgearbeitet werden. Die Produktion soll im ersten Halbjahr 2027 schrittweise auslaufen. Für die Abwicklung stellt der Konzern rund 35 Millionen Euro bereit, unter anderem für Abfindungen, offene Aufträge und Liquidationskosten.
IHK Niederrhein warnt vor Alarmsignal
Für die Beschäftigten in Geldern beginnen jetzt Verhandlungen über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan. Die Niederrheinische IHK reagiert mit Sorge auf die Schließung. Hauptgeschäftsführer Stefan Dietzfelbinger spricht von einem Alarmsignal für den Industriestandort Niederrhein. „Unsere Unternehmen stehen massiv unter Druck. Das zeigt die angekündigte Schließung des Unimicron-Werks in Geldern einmal mehr“, sagt Dietzfelbinger. Er fordert wettbewerbsfähige Energiepreise, weniger Bürokratie und einen verlässlichen Rahmen für Investitionen, damit Betriebe am Markt bestehen und Arbeitsplätze halten können.
Nach Angaben des Fachportals all-electronics.de hatte Unimicron noch 2022 rund zwölf Millionen Euro in neue Anlagen und die Infrastruktur am Standort Geldern investiert. Gleichzeitig verzeichnet der Mutterkonzern Unimicron Technology aus Taiwan derzeit deutlich steigende Gewinne, unter anderem durch die Nachfrage nach Bauteilen für KI-Anwendungen. Welche Rolle das für die Entscheidung zur Schließung des Werks in Geldern spielt, bleibt laut all-electronics.de offen.