
In Rheinberg wird seit Mitternacht beim Online-Riesen Amazon gestreikt. Bis Freitagmorgen hat die Gewerkschaft dazu aufgerufen. Sie will ein deutliches Zeichen zu den Prime Days setzen - den umsatzstärksten Tagen im Jahr. Verdi kämpft seit Jahren dafür, dass die Amazon-Beschäftigten nach Einzelhandelstarif bezahlt werden. Kritisiert werden außerdem die hohen Anforderungen bei unsicheren Beschäftigungsverhältnissen. Amazon selbst betont dagegen immer wieder, dass die Löhne fair seien - auch ohne Tarifvertrag.
Widerstand soll nicht abreißen
Die Gewerkschaft fordert Amazon auf, endlich Tarifverhandlungen aufzunehmen. Sonst müsse weiter mit Widerstand gerechnet werden. Sie betont, dass die Schere zwischen Konzernspitze und Beschäftigten immer weiter auseinandergehe. Das hätten zuletzt auch die Hochzeitsfeierlichkeiten von Amazon-Gründer Jeff Bezos in Venedig deutlich gemacht. Tim Schmidt, zuständiger Gewerkschaftssekretär bei Verdi, spricht von einem "dekadenten Spektakel der Superreichen".