
Der Kreis Wesel beteiligt sich am bundesweiten Warntag. Um 11 Uhr heulen die Sirenen in allen Städten und Gemeinden des Kreises. Rund 200 stationäre und mobile Hochleistungssirenen kommen zum Einsatz. Der Probealarm soll zeigen, ob die Technik funktioniert und die Signale überall zu hören sind. Gleichzeitig lernen Bürgerinnen und Bürger die Bedeutung der Töne kennen. Neben den Sirenen testet der Kreis auch Cell Broadcast sowie die Warn-Apps NINA und KATWARN. Cell Broadcast schickt eine Textwarnung an alle eingewählten Mobilgeräte in der Region. Zusätzlich ertönt auf dem Handy ein lauter Warnton. Das System ist auch in anderen EU-Staaten im Einsatz.
Sirenen-Alarm in Wesel: So laufen die Signale ab
Die Sirenen senden drei Signale hintereinander. Zuerst ertönt ein einminütiger Dauerton für „Entwarnung“. Danach folgt ein auf- und abschwellender Heulton, ebenfalls eine Minute lang. Er bedeutet „Gefahr, Radio einschalten und auf Durchsagen achten“. Zum Abschluss läuft erneut ein einminütiger Dauerton für „Entwarnung“. Zwischen den drei Signalen liegen jeweils fünf Minuten. Bürgerinnen und Bürger können sich die Töne vorab auf www.kreis-wesel.de/warntag anhören. Bei einem echten Alarm gilt: Ruhe bewahren, Gebäude aufsuchen, Türen und Fenster schließen. Radio K.W. sendet dann auf 91,7 und 107,6 MHz wichtige Informationen. Für den Fall eines Stromausfalls empfiehlt der Kreis ein batteriebetriebenes Radio mit Ersatzbatterien. Auch hilflose Menschen und Personen mit wenig Deutschkenntnissen sollten informiert werden.
Notfallstudio: Radio K.W. sendet live aus Wesel
Radio K.W. begleitet den Warntag mit einer Besonderheit. Von 10 bis 12 Uhr sendet der Sender live aus seinem neuen Notfallstudio im Kreishaus Wesel. Diese Anlage funktioniert auch bei einem längeren Stromausfall. Der Kreis Wesel hat das Studio gemeinsam mit Radio K.W. eingerichtet. Es ist Teil eines größeren Konzepts für die Krisenkommunikation im Kreisgebiet. Landrat Ingo Brohl betont die Bedeutung schneller Information in Extremsituationen. Radio-K.W.-Chefredakteur André Fritz sieht darin einen wichtigen Baustein für den Bevölkerungsschutz. Bei größeren Schadensereignissen informiert der Kreis Wesel zusätzlich unter www.kreis-wesel.de. Von 11 bis 14 Uhr ist außerdem die Rufnummer 0800 120 4000 besetzt. Dort nehmen Mitarbeitende Hinweise zu nicht hörbaren Sirenen sowie Fragen und Anregungen entgegen.
Bundesweiter Hintergrund
Der Warntag findet bundesweit statt und wird vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) koordiniert. „Im Grunde simulieren wir damit einen Ernstfall: Kommt die Warnung an? Und wissen die Menschen, was sie damit anfangen sollen?“, erklärt das BBK laut Nachrichtenagentur dpa. Bundesweit soll gegen 11:45 Uhr die Entwarnung erfolgen. Laut dpa wurden beim letzten Warntag mehr als 90 Prozent der Teilnehmenden über mindestens einen Warnkanal erreicht.