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Wesel plant Flüchtlingsunterkunft in altem Autohaus
© Rainer Hoheisel / Funke Foto Services
Das ehemalige Autohaus Wellmann in Wesel-Lippedorf soll ab 2027 als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden.
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Wesel plant Flüchtlingsunterkunft in altem Autohaus

Die Stadt Wesel will ein ehemaliges Autohaus als Flüchtlingsunterkunft nutzen. Das sorgt beim Nachbarn Voerde für Gespräche.

Veröffentlicht: Montag, 18.05.2026 04:47

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Die Stadt Wesel plant, ein ehemaliges Autohaus im Ortsteil Lippedorf an der Neuen Hünxer Straße als Flüchtlingsunterkunft zu nutzen. Ab 2027 sollen dort bis zu 75 Menschen untergebracht werden. Das Gebäude liegt direkt an der Grenze zum Voerder Stadtteil Friedrichsfeld. Voerdes Bürgermeister Dirk Haarmann hat seinen Weseler Amtskollegen Rainer Benien bereits in einem Brief gebeten, das Vorhaben zu überdenken. Er befürchtet, dass die Bewohner der Unterkunft sich vor allem nach Friedrichsfeld orientieren werden. Dort gibt es Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte und Freizeitangebote – in Richtung Wesel ist die Anbindung deutlich schlechter. Haarmann sieht die Gefahr, dass damit ein Großteil der Integrationsarbeit bei Voerde landet. Eine Antwort auf seinen Brief hat er laut NRZ bislang nicht erhalten.

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Voerder Politik stärkt dem Bürgermeister den Rücken

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CDU und SPD im Voerder Stadtrat unterstützen ihren Bürgermeister. In einer gemeinsamen Stellungnahme fordern die beiden Fraktionen die Stadt Wesel auf, von dem Vorhaben abzusehen. Sie kritisieren die abgelegene Lage des Standorts weit außerhalb gewachsener Wohnstrukturen. Auch die Wahl eines ehemaligen Autohauses sehen sie kritisch – große Hallen und versiegelte Flächen seien kein geeignetes Wohnumfeld. Ohne gute Anbindung drohe Isolation statt Integration, so die Fraktionen. Wesel müsse selbst seiner Verantwortung gerecht werden und könne das nicht Voerde überlassen. Die Weseler Stadtratsmehrheit aus CDU, SPD, Grünen und weiteren Fraktionen hatte den Standort bereits im Sozialausschuss befürwortet – wegen seiner schnellen Verfügbarkeit. Der Weseler Stadtrat will morgen über das Vorhaben entscheiden.

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