
An vier Kreuzungen im Industriegebiet Am Schornacker in Wesel sind spezielle 3D-Scanner installiert. Sie erfassen den Verkehr in Echtzeit – Autos, Lkw, Busse, Fahrräder und Fußgänger. Die Technik erkennt dabei automatisch, wer sich wie und wo bewegt. Alle Daten bleiben anonym. Besonders auffällig ist eine Funktion, die es so bisher kaum gibt: Die Scanner erkennen Beinahe-Unfälle. Also Situationen, in denen gerade noch alles gut geht – die aber zeigen, wo eine Straße gefährlich ist. Solche Momente tauchen in keiner normalen Unfallstatistik auf. Genau hier setzt das Projekt an. Die Stadt Wesel will auf dieser Grundlage gezielt Gefahrenstellen entschärfen – bevor etwas passiert. Beteiligt sind neben der Stadt auch die Bergische Universität Wuppertal und die Hochschule Ruhr West.
Wesel plant digitalen Zwilling für Verkehrsplanung
Das Projekt soll mehr leisten als nur Sicherheit. Auf Basis der gesammelten Daten will die Stadt Wesel auch den Verkehrsfluss verbessern. Konkret heißt das: bessere Ampelschaltungen, pünktlichere Busse und ein effizienteres Parkraummanagement. Außerdem entsteht ein sogenannter digitaler Zwilling des Industriegebiets – ein digitales Abbild der realen Verkehrslage. Damit lassen sich Baustellen oder neue Verkehrsführungen am Computer testen, bevor die Stadt irgendetwas tatsächlich umbaut. Das spart Zeit und Geld. Das Projekt ist außerdem eng verknüpft mit dem geplanten Innovationscampus Wesel. Der soll auf dem Gelände der früheren Niederrheinhalle entstehen. Dort wollen Stadt, Hochschulen und Unternehmen künftig gemeinsam forschen und neue Ideen entwickeln. Am Schornacker ist das erste konkrete Beispiel dafür.