
Der Konjunkturklimaindex der Niederrheinischen IHK steigt auf 97 Punkte. Das ist der höchste Wert seit drei Jahren. An der Umfrage beteiligen sich 201 Unternehmen aus der Region. Dazu zählen Betriebe aus dem gesamten Kreis Wesel, etwa aus Moers, Dinslaken, Wesel, Rheinberg, Kamp-Lintfort, Voerde, Hamminkeln, Xanten und Neukirchen-Vluyn. Auch Unternehmen aus Alpen, Hünxe, Sonsbeck und Schermbeck nehmen teil. Zusammen beschäftigen die befragten Betriebe rund 34.000 Menschen. Mehr Aufträge aus dem Ausland verbessern die Stimmung in der Industrie. Auch staatliche Investitionen in Sicherheit, Verteidigung und Infrastruktur sorgen für Schwung. „Die Wirtschaft zeigt sich zuversichtlich, bleibt aber vorsichtig“, sagt Werner Schaurte-Küppers, Präsident der Niederrheinischen IHK. Der Mittelstand und große Unternehmen in der Region zeigen sich trotz schwierigem Umfeld stabil.
IHK Niederrhein: Ohne Reformen kein Aufschwung
Der Druck auf die Unternehmen am Niederrhein bleibt trotzdem hoch. Die lange Trockenheit und das Niedrigwasser kosten viele Betriebe Millionen. Besonders die Stahl- und die Chemieindustrie leiden stark darunter. Auch die hohen Energiepreise bleiben für viele Firmen ein Problem. „Viele Betriebe investieren weiter sehr vorsichtig“, sagt Dr. Stefan Dietzfelbinger, Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen IHK. Sie prüfen genau, ob sich neue Projekte am Standort noch lohnen. Drei von vier befragten Betrieben sehen hohe Energie- und Rohstoffpreise als Risiko für ihr Geschäft. Fast 70 Prozent nennen zusätzlich die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen als Gefahr. „Die Konjunkturdaten machen Mut, ersetzen aber keine Reformen“, sagt Werner Schaurte-Küppers. Er fordert von der Politik in Berlin, Bürokratie abzubauen und Investitionen zu erleichtern.