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THW Kiel - SG Flensburg-Handewitt
© Frank Molter/dpa
Die Überprüfung der letzten Szene des Derbys sorgte beim THW Kiel für Ärger und Unverständnis.
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Wolff wütet: Videobeweis sorgt für Ärger beim Handball-Derby

Der umstrittene Videobeweis ist beim 31:31 im 117. Derby zwischen dem THW Kiel und der SG Flensburg-Handewitt das Gesprächsthema. SG-Trainer Pajovic bringt eine Challenge-Möglichkeit ins Spiel.

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Kiel (dpa) - Der Jubel der «Zebra»-Fans war ohrenbetäubend, als Julian Köster in letzter Sekunde den vermeintlichen Siegtreffer für den THW Kiel im 117. Nordderby gegen die SG Flensburg-Handewitt erzielte. Doch dann die große Ernüchterung: Das Tor zählte nicht. 

Nach minutenlangem Betrachten der Videobilder entschieden die Unparteiischen auf einen Schrittfehler von Vorbereiter Domen Makuc. So endete das Topspiel in der Handball-Bundesliga 31:31 (18:14) - und mit viel Frust und Ärger bei den Kielern. «Das tut gerade einfach weh», beschrieb THW-Geschäftsführer Viktor Szilagyi die Stimmungslage.

Wolff: «Erbärmliche Schiedsrichterleistung»

Kiels Schlussmann Andreas Wolff war stinksauer: «Das war eine erbärmliche Schiedsrichterleistung», sagte der Nationalkeeper den «Kieler Nachrichten» und ergänzte: «Heute haben sie soweit zurückgespult, bis sie irgendetwas gegen uns pfeifen konnten, und wurden belohnt, dass sie dann auch noch etwas gefunden haben. Sie hätten auch ein Foul an Makuc sehen können. Wollten sie aber nicht. Wir haben viele gute Gespanne in Deutschland, dieses gehört nicht dazu.»

Auch THW-Kreisläufer Hendrik Pekeler haderte mit den Referees. «Nach meiner persönlichen Wahrnehmung sehe ich da nichts, bei dem die Schiedsrichter eventuell Zweifel haben könnten und deshalb zum Videobeweis gehen», sagte der Routinier und fragte ratlos: «Natürlich gibt es diese Regel, aber was hat sie dazu veranlasst, da hinzugehen?»

DHB reagiert auf Kritik 

Am Tag nach dem Spiel reagierte der Deutsche Handballbund (DHB) auf die massive Kritik. «Wir wissen um die Emotionalität eines Nordderbys, wir erwarten aber auch hier eine stets sachliche Analyse und vor allem respektvollen Umgang miteinander. Zudem setzen wir voraus, dass alle am Spielbetrieb Beteiligten das Regelwerk detailliert kennen», teilte der Verband mit. 

Zuvor hatte auch Kiels Trainer Börge Lund wenig Verständnis für die Entscheidung der Schiedsrichter gezeigt. «Wenn man es so handhabt, dass man beim Ansehen immer weiter zurückgeht in den Aktionen, dann muss man auch die kompletten letzten 30 Sekunden betrachten: Erst wird geschaut, ob Julian im Kreis steht. Tut er nicht. Dann wird immer weiter zurückgeschaut, bis man dann was gefunden hat. Da fragt man sich schon, wo man da die Grenze setzt», sagte Lund.

SG-Coach Ales Pajovic war dagegen froh über den gewonnenen Punkt, den seine Spieler ausgelassen bejubelten. «Letztlich muss ich mit der Entscheidung am Ende zufrieden sein, wir haben so noch einen Punkt gewonnen. Ich habe tatsächlich ein Tor gesehen, dann haben wir gesehen, dass es eine Chance gibt auf Schritte.» 

Der Slowene brachte eine - in der Vergangenheit immer mal wieder geforderte - Möglichkeit für Trainer ins Spiel: «Es wäre gut, wenn es eine Challenge-Möglichkeit gibt, das würde einiges einfacher machen - so sind wir sehr abhängig von den Schiedsrichtern.»

Flensburger Verständnis für Kieler Frust

Selbst die Flensburger, die durch das Remis dank der besseren Tordifferenz die Tabellenführung vor den punktgleichen Kielern (beide 11:1) behaupteten, zeigten Verständnis für den Frust beim Rivalen. «Es ist eine wirklich harte Entscheidung. Ich verstehe Kiel und ich verstehe die Halle. Wäre es andersherum gewesen, wäre ich vielleicht auch sauer», sagte SG-Rückraumspieler Simon Pytlick. 

Zwar sei der technische Fehler deutlich zu sehen gewesen. «Aber man kann im Spiel sehr oft Schritte finden», sagte der dänische Welt- und Europameister und ergänzte: «Sportlich weiß ich nicht, ob es die richtige Entscheidung war, weil so etwas sehr oft im Spiel passiert.» Der deutsche Nationalspieler Marko Grgic ergänzte: «Wenn man immer so genau mit dem Videobeweis ist, haben wir vielleicht ein 9:9 als Endergebnis.»

Kiel schon am Mittwoch bei Meister Magdeburg gefordert

In der Gesamtbilanz des Derbys liegen die Kieler nach dem sechsten Remis weiterhin mit 68 Siegen vorn. Flensburg steht bei 43 Erfolgen. Viel Zeit, sich mit derlei Statistiken zu beschäftigen, haben aber beide Teams nicht. Für die Kieler steht am Mittwoch (19.00 Uhr/Dyn) schon das nächste Topspiel auf dem Programm. Der Rekordmeister reist zum aktuellen Titelträger SC Magdeburg, der momentan mit 10:2 Zählern Tabellendritter ist.

Die Flensburger starten ebenfalls am Mittwoch (18.45 Uhr/Dyn) in die European League, die sie 2024 und 2025 gewonnen haben. Erster Gegner in der Vorrunde ist der spanische Vertreter BM Granollers.

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© dpa-infocom, dpa:260927-930-750319/3
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THW Kiel - SG Flensburg-Handewitt
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Domen Makuc verfolgte gebannt die Video-Überprüfung der letzten Derby-Szene.
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THW Kiel - SG Flensburg-Handewitt
© Frank Molter/dpa
Die Flensburger durften nach Videobeweis über einen Punkt jubeln.
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