
Von der Bahn sind Pendler im Kreis Wesel ja einiges gewohnt. Aber was in der Nacht passierte, war für viele Reisende auch bei uns ein echter Schock. Der Zugverkehr wurde komplett eingestellt und das in ganz Deutschland. Es gab eine Störung im digitalen Funksystem der Bahn - GSM-R. Bundesweit war kaum noch Kommunikation möglich. Aus Sicherheitsgründen war damit für Reisende gegen 22 Uhr am nächsten Bahnhof Schluss - auch für RE5, RE19 oder RB 31. Entsprechend Chaos herrschte da, wo es immerhin noch eine Auskunft gab. In Duisburg musste zum Beispiel Sicherheitspersonal an der Information einspringen. In Gelsenkirchen musste die Abfahrt der Helene-Fischer-Fans nach dem Konzert organisiert werden.
Verspätungen und Ausfälle noch immer möglich
Von der Störung betroffen waren nicht nur Fern- und Regionalverkehrszüge, sondern auch S-Bahnen und Privatbahnen. Was die Störung genau verursacht hat, ist bisher noch nicht offiziell benannt worden. Gegen 0 Uhr 30 rollten die ersten Züge dank eines Notfallsystems wieder. Auch im Berufsverkehr kann es aber noch immer zu Verspätungen und Ausfällen kommen. Laut Auskunft der Bahn sieht es etwa beim RE5 ab Wesel gerade ganz gut aus. Bei der RB31 ab Moers kommt es aber noch zu Verspätungen.
Das steckt hinter dem Funksystem:
Die Ursache der Störung des Bahnfunks GSM-R hatte die DB noch in der Nacht identifiziert - ohne allerdings zu erklären, worin sie bestand. IT-Experten der DB hätten pausenlos an der Entstörung gearbeitet, mit Erfolg. GSM-R steht für «Global System for Mobile Communications - Railway». «Das GSM-R Mobilfunknetz ersetzt nahezu alle analogen Funksysteme der Deutschen Bahn AG», heißt es auf der Webseite der DB InfraGo. Demnach bietet es Vorteile wie etwa hohe Sicherheit in der betrieblichen Kommunikation, die Möglichkeit spezieller Gruppenanrufe und die Option zur gezielten Kontaktaufnahme mit den Fahrdienstleistern.