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10 Jahre Facebook

Der Funktionsumfang von Facebook ist groß - und alles was man postet, teilt man auch immer mit der Firma Facebook selbst.

Gerade das Thema Datenschutz hat Facebook praktisch vom ersten Tag an begleitet. Von den einen als Datenkrake verschrien, von den anderen gewissenhaft ignoriert. Wir haben mit dem Pressesprecher des Landesdatenschutzbeauftragten NRW – Nils Schröder – gesprochen.

Keine Auskunft

Und bei der Datenschutzbehörde ist man nicht unbedingt gut auf Facebook zu sprechen. Der Grund: Facebook gibt nur selten Auskunft darüber, welche Daten eigentlich genau gespeichert werden. Und wenn, dann unvollständig. Dabei verstößt das gegen deutsches Recht! Nach dem Datenschutzgesetz hat jeder das Recht darauf zu erfahren, welche Daten ein Unternehmen über einen sammelt. Zweiter Kritikpunkt: Daten lassen sich nicht, oder nicht vollständig löschen. Selbst wenn Bilder, Kommentare oder ganze Profile gelöscht werden, sind die Daten nicht wirklich weg, sondern werden weiter auf Datenbanken gespeichert.

Behörden machtlos

Laut dem Pressesprecher des Landesdatenschutzbeauftragten ist es im Moment noch unklar, welches Recht überhaupt bei Facebook zur Anwendung kommt. Aktuell sieht es danach aus, dass es das irische Recht ist – Die Europazentrale von Facebook sitzt in Irland. Und deswegen sind auch in erster Linie die irischen Behörden verantwortlich. Allerdings – so der Pressesprecher – halten die sich sehr zurück. Man würde sich deutlich mehr Aktivitäten wünschen, heißt es. Facebook ist da übrigens kein Einzelfall. Viele Internetfirmen, die sich auf Datensammlungen spezialisiert haben, sitzen in Irland, weil die dortigen Behörden den Datenschutz eher unkritisch auslegen.

Privatsphäre-Einstellungen

Eine Möglichkeit, um die eigenen Daten zumindest nicht wahllos zu streuen, sind die Einstellungen der Privatsphäre des eigenen Kontos. Dort können zum Beispiel die Freunde in verschiedene Kategorien eingeteilt (etwa Freunde, Bekannte, Kollegen, Familie) und dann bestimmt werden, wer was zu sehen bekommt. Außerdem gibt es Einstellungen, dass man zum Beispiel nur dann auf Fotos markiert werden kann, wenn man sein Einverständnis dazu gibt. Eins sollte aber immer klar sein, so der Pressesprecher. Egal, wie sehr man die Verbreitung einschränkt; es gibt einen, mit dem man immer alles teilt: Und das ist Facebook selbst.

Facebook fragt jeden User, was es Neues gibt. Die Zukunft des Netzwerks ist stark umstritten.

Nutzersterben

Seit einiger Zeit kursieren Gerüchte, dass Facebook langsam aber sich ausstirbt. Das stimmt so gesehen nicht, wenn man den aktuellen Zahlen Glauben schenkt. Allerdings hat Facebook tatsächlich ein Nachwuchsproblem. Die jüngere Generation von 13 bis 25 verlässt Facebook Stück für Stück, oder meldet sich erst gar nicht an. Stattdessen werden andere Plattformen, wie zum Beispiel Skype oder WhatsApp genutzt. Bei der Generation 30+ steigen die Userzahlen allerdings ungebremst.

Tod bis 2017

Einer aktuellen Studie der Princeton University in New Jersey zufolge soll Facebook zwischen 2015 und 2017 satte 80 Prozent seiner User verlieren. Für diese Studie wurden biologische Formeln für die Verbreitung von Krankheiten verwendet. Allerdings gibt es gegen die Methodik erhebliche Bedenken. Ein zentrales Element sind Berechnungen, wie oft „Facebook“ bei Suchmaschinen eingegeben wird. Facebook selbst hat den Spieß umgedreht und mit der gleichen Methode berechnet: In 20 Jahren wird die besagte Princeton University keinen einzigen Student mehr haben… Und bis 2060 wird es keine Atemluft mehr geben.

Prognosen schwierig bis unmöglich

Für die meisten Experten ist es unmöglich, Prognosen über das Wachstum von sozialen Netzwerken im Allgemeinen und Facebook im Speziellen abzugeben. Der Grund: Neue Funktionen und Innovationen können die Entwicklung praktisch über Nacht auf den Kopf stellen. Bestes Beispiel ist Facebook selbst. In den ersten Jahren verlief das Wachstum recht gleichmäßig. Erst die Einführung des beliebten Facebook-Chats führte dazu, dass die Nutzerzahlen explodierten. Für die Entwicklung von Facebook sei die Frage essentiell, so die Experten, ob Facebook selbst den nächsten Innovationsschub leistet, oder eine andere Plattform.


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