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Parkplatz-Aufreger

Volle Parkreihen, kein einziger freier Parkplatz ist in Sicht - zumindest keiner ohne Parkschein. Die meisten Autofahrer haben wohl schon mal diesen Satz zur Politesse gesagt: "Aber ich war doch nur kurz zwei Minuten weg!" Geholfen hat es in den seltensten Fällen. Radio K.W. beleuchtet alle Seiten der Parkplatz-Aufreger: Von Knöllchen als Einnahmequelle über den missbrauchten Supermarktparkplatz bis hin zum Rechtsanwalt haben wir für Sie alle Sichtweisen belichtet. Außerdem haben wir nach Ihren Parkplatzerfahrungen gefragt und es gibt exklusive Radio K.W. Knöllchen zum selbst ausdrucken.


Das sagen die Städte: Zahlen zu Bußgeldeinnahmen und Parkautomaten 

Private Politessen auf dem Supermarktparkplatz

Die rechtliche Seite - das sagt der Anwalt

Das Radio K.W. Knöllchen zum hinter den Scheibenwischer klemmen 

...und das sagen Sie


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Knöllchen- und Bußgeldeinnahmen
Parkscheine und Knöllchen-Gebühren spülen eine Menge Geld in die Kassen der Städte.

Knöllchen bringen nicht nur den Hinweis der Ordnungswidrigkeit und Ärger für den Zahler mit sich, sie spülen auch viel Geld in die Kassen der Städte und Gemeinden. 

Moers hat im Jahr 2012 mit Knöllchen für Falschparker und für zu schnelles Fahren insgesamt 609.000 Euro eingenommen. 47.000 Knöllchen waren es 2012 - macht also knapp 13 Euro pro Knöllchen im Durchschnitt. In der Grafenstadt gibt es 2.250 gebührenpflichtige Parkplätze.

819.000 Euro an Parkschein-Einnahmen verzeichnet Dinslaken. Betrachtet man hier die Einnahmen aus Knöllchen, kommt man auf 245.000 Euro im letzten Jahr. Und wer sein Knöllchen nicht rechtzeitig bezahlt hat, der durfte noch ein Bußgeld drauflegen - das waren auch noch mal 106.000 Euro.

Wesel hat eine knappe halbe Million Euro aus den Parkschein-Automaten geholt, genau sind es 495.000 Euro. Bei der Gelegenheit hat die Stadt für uns auch ihre Parkschein-Automaten gezählt: es sind 33 - macht 15.000 Euro pro Parkschein-Automat. Verwarngelder und Bußgelder haben in Wesel letztes Jahr 310.000 Euro eingebracht. 856 Parkplätze werden von der Stadt bewirtschaftet.

Private Politessen auf dem Supermarktparkplatz
Kein freier Parkplatz? Das sorgt für Frust - da kommt der Supermarktparkplatz schnell als Alternative in Betracht.

Neuer Park-Aufreger: Ein Supermarktbetreiber hat private Politessen engagiert. Wer dort parkt, ohne einzukaufen, kriegt ein Knöllchen. Wir haben unter anderem bei Facebook gefragt: Kennt ihr auch solche Fälle aus dem Kreis Wesel? Was regt euch beim Parken sonst noch auf? 

Die meisten Kommentare sprechen eine Sprache: Sie finden das Vorgehen mit privaten Politessen "okay" und "es ist deren Grundstück, also auch deren Recht". Möchte man als Kunde ins Geschäft und der Parkplatz ist durch Falschparker blockiert, nervt es ja auch. Ein weiterer Park-Aufreger sind Leute, die mit einem Fahrzeug zwei Parkplätze einnehmen. Das sorgt bei den ohnehin wenigen Stellplätzen für noch mehr Ärger. Auch nervig und in manchen Fällen ein großes Problem: Kinderlose, die auf Eltern-Kind-Parkplätzen stehen oder Autofahrer, die unberechtigt Behindertenparkplätze nutzen.

Wir waren in Wesel unterwegs und da gehen die Meinungen zum Teil ganz schön auseinander, was die privaten Politessen auf dem Supermarktparkplatz angeht:

Die Meinungen polarisieren also - besonders ärgerlich wird's dann, wenn das eigene Auto abgeschleppt wird. Sowas kann auf lange Sicht nicht vermieden werden, sagt Hans Georg Sorgi, der einen Supermarkt in Moers betreibt. Für ihn ist offensichtlich, dass sein Parkplatz nicht nur von seinen Kunden genutzt wird:

Bei dieser Gelegenheit fragen wir: Ist das Abschleppen denn überhaupt erlaubt? Die Antworten gibt's im nächsten Abschnitt von einem Rechtsanwalt.

Die rechtliche Seite - das sagt der Anwalt

Rechtsanwalt Martin Schmülling aus Wesel ist Fachanwalt für Verkehrsrecht. Er beantwortet für Radio K.W. die wichtigsten Fragen zum Thema Falschparken:

Darf mir der Supermarkt auf seinem eigenen Parkplatz ein Knöllchen abrechnen? 

Parkplatz-Schild

Nein, Knöllchen im eigenen Sinne, sodass ein Verwarn- oder Bußgeld gegenüber dem Falschparker verhängt wird, das ist nicht zulässig. Das darf nur der Staat bezogen auf den öffentlichen Parkraum.

Ist es rechtens, mein Auto abschleppen zu lassen und hinterher die Kosten von mir einzufordern?

Parkplatz-Schild

Das kann rechtens sein, wenn es sich um einen Privat- oder Kundenparkplatz handelt und dieser Parkplatz mit entsprechenden Hinweisschildern (z.B. "Unberechtigt parkende Fahrzeuge werden kostenpflichtig abgeschleppt") ausgewiesen ist. Wenn ich dann dort mein Fahrzeug abstelle, ohne Kunde zu sein, kann der Parkplatzbesitzer mich abschleppen lassen und danach die Kosten erstattet verlangen.

Die vielleicht wichtigste Frage für alle Autofahrerinnen... aber auch Leute, die gern absichtlich mit einem Auto zwei Parkplätze reservieren: Ist das erlaubt?

Parkplatz-Schild

Die Situation ist so, dass die Straßenverkehrsordnung vorgibt, dass ich platzsparend parken muss. Das steht in § 12 StVO. Wenn ich dagegen verstoße, begehe ich eine Verkehrsordnungswidrigkeit und dann muss ich natürlich auch die Kosten für das Abschleppen bezahlen.

 

Das Radio K.W. Knöllchen

Sie wollten schon immer mal jemandem sagen, dass er auf eine nicht angemessene Weise parkt? Tun Sie es einfach mit dem Original Radio K.W. Knöllchen - ganz unverbindlich und diplomatisch! Einfach ausdrucken, schneiden und hinter den Scheibenwischer klemmen. 

Der Download funktioniert nicht? Hier können Sie die Datei als .JPG downloaden. 

 

Und das sagen Sie

Vor einigen Tagen haben wir bei Facebook gefragt: Was sind Ihre Parkplatz-Aufreger? Die Reaktionen auf unser Posting können Sie hier noch einmal nachlesen.

 

 


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