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Rentenpaket: Das ist drin

Kürzlich hat Angela Merkel ihre Regierungserklärung gehalten. Die große Koalition verspricht in ihrem Koalitionsvertrag auch jede Menge Neuerungen beim Thema Rente. Das passende Rentenpaket hat die Regierung schon auf den Weg gebracht - jetzt geht der Gesetzesentwurf noch in den Bundestag. Wir klären: Was steckt drin im Rentenpaket? Wer profitiert? Und wo ist der Haken?

Die Neuheiten
In vier wesentliche Neuerungen ist das Rentenpaket eingeteilt. (Grafik: Bundesministerium für Arbeit und Soziales)

Das neue Rentenpaket enthält zahlreiche Neuerungen, die innerhalb der nächsten vier Jahre die Weichen stellen sollen: 

Früher in Rente ohne Abschläge: In bestimmten Fällen können Menschen nach dem 63. Lebensjahr in Rente, wenn sie 45 Jahre lang Beiträge gezahlt haben. Kurze Unterbrechungen zum Beispiel durch Arbeitslosigkeit, Erziehungs- und Pflegezeiten, Kurzarbeitergeld und Insolvenzgeld werden bei den Beitragsjahren teilweise angerechnet.

Die Mütterrente: Sind die Kinder vor 1992 geboren, bekommen Mutter oder Vater pro Kind 336 Euro (brutto) mehr im Jahr. Davon profitieren laut Bundesministerium für Arbeit und Soziales rund 9,5 Millionen Mütter oder Väter deutschlandweit.

Vorteile für Erwerbsgeminderte: Wenn man aus gesundheitlichen Gründen ab dem 01. Juli 2014 in die Erwerbsminderungsrente geht, bekommt man eine im Durchschnitt um 42 Euro angehobene Erwerbsminderungsrente. Außerdem wird die Zurechnungszeit von 60 auf 62 Jahre angehoben.

Aufstockung des Reha-Budgets: Wer während des Erwerbslebens Rehabilitationsleistungen nach Krankheit oder Unfall bezieht, soll davon profitieren. Insgesamt wird das Reha-Budget um 200 Millionen Euro aufgestockt.

Ausnahmeregelungen
Das Eintrittsalter ist nach Jahrgängen gestaffelt. (Grafik: Bundesministerium für Arbeit und Soziales)

Es gibt mehr Geld, man kann früher in Rente gehen - das hört sich im ersten Moment sehr positiv an. Profitieren können trotzdem nicht alle, es gibt einige Ausnahmeregelungen. Zum Beispiel sollen nur die 1953 Geborenen mit 63 und ungekürzter Rente in den Ruhestand gehen können. Für die nachfolgenden Jahrgänge ist die Altersgrenze gestaffelt: Alle 64er Jahrgänge und jünger können erst mit 65 Jahren in die vorzeitige Rente starten. Die genauen Altersgrenzen sind im Diagramm (siehe Grafik) erklärt.

Gesetzesentwurf
Im Gesetzgebungsverfahren durchläuft das Rentenpaket als Kabinettbeschluss zunächst noch einige Stationen. (Grafik: Bundesministerium für Arbeit und Soziales)

Das neue Rentenpaket ist als Gesetzesentwurf auf dem Weg in den Deutschen Bundestag. Die Ministerin für Arbeit und Soziales, Andrea Nahles, erhofft sich davon ganz konkrete Verbesserungen. Dieses erste große Vorhaben der neuen Regierung zeige, wie die Weichen insgesamt gestellt werden wollen in den kommenden vier Jahren. Im Mittelpunkt steht "Anerkennung für gebrachte Leistung, gerechter Lohn für gute Arbeit." Ob die Neuerungen am Ende wirklich bei allen Rentnern ankommen, kann erst die Zukunft zeigen.


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