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Emscher-Versuchsanlage Klärwerk Dinslaken

In dieser Versuchsanlage werden verschiedene Filtertechniken eingesetzt, um eine bestmögliche Elimination der Spurenstoffe zu erproben. (Foto: Emschergenossenschaft)

Zwei Millionen Euro für ein Ziel: Möglicherweise gefährliche Arzneimittelreste aus dem Abwasser filtern. Das „Technikum“ an der Emschermündung in Dinslaken wurde eigens dafür geschaffen, in der Versuchsanlage werden dazu verschiedene Verfahrenstechniken eingesetzt.

Längst nicht alle Stoffe werden von den Kläranlagen eliminiert 

Der technische Stand beim Bau heutiger im Betrieb befindlichen Kläranlagen war: Das Abwasser wird vollständig gereinigt. Mit den heutigen Kenntnissen lässt sich allerdings viel genauer messen. Zum Beispiel ist im Baldeneysee in Essen sogar ein Unterschied messbar, wenn ein einziger Zuckerwürfel ins Wasser geworfen wurde. Das zeigt, wie fein mittlerweile der Grad der Messung reicht. Die genauen Messungen zeigen aber auch, dass heutzutage längst nicht alle Spurenstoffe von den Kläranlagen ausgefiltert werden. Insbesondere Arzneimittelreste stehen dabei im Mittelpunkt: Sie könnten zum Problem werden, denn man wisse nicht, wie gefährlich sie tatsächlich für den Menschen sind, sagte ein Sprecher der Emschergenossenschaft. Einzelne Stoffe stünden im Verdacht, krebserregend zu sein. Mit den Experimenten in Dinslaken wird jetzt versucht, möglichst viele dieser Spurenstoffe zu eliminieren. Denn sind die Stoffe einmal eliminiert, gelangen sie auch nicht in die Flüsse und somit auch nicht ins spätere Trinkwasser. 

Zukunft wirft Kostenfrage der Aufrüstung auf

Ist die Technik erfolgreich, könnte sie in Zukunft direkt bei den Verursachern selbst eingesetzt werden. Krankenhäuser könnten so dafür sorgen, dass Medikamentenreste gar nicht erst ins Abwasser gelangen und müssten auch für die Kosten der eigenen Klärtechnik aufkommen. Unfair wäre es, das sagt die Emschergenossenschaft, wenn die Öffentlichkeit die Kosten für die Aufrüstung aller Kläranlagen tragen müsste.


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