Pflegetraining und co. - Hilfe für Angehörige im Kreis Wesel

Wenn Angehörige pflegebedürftig werden, dann ist die eigene Welt von jetzt auf gleich auf den Kopf gestellt. Aber es gibt Hilfe, z.B. vom Seniorenbüro oder von den Pflegeberatern der Krankenkassen, die auch vor Ort Besuche machen. Netzwerke sind für Betroffene eine wesentliche Stütze. Am Samstag gibt es im Weseler Welcome Hotel einen Infotag.

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Die Pflege bleibt eine der größten Herausforderungen unserer Gesellschaft. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes werden Frauen in NRW im Schnitt 82 Jahre und neun Monate alt, Männer kommen auf 78 Jahre und zwei Monate. 90jährige sind keine Ausnahme mehr. Mit dem Alter kommen die Gebrechen. Pflegedienste sind überlastet, Fachkräfte sind bei dem schlecht bezahlten Job Mangelware. Pflegende Angehörige sind wenig beachtete Menschen in unserer Gesellschaft, obwohl es immer mehr werden und sie Unglaubliches leisten. Es gibt aber Hilfe.


Wo gibt es Beratung?

Wenn Angehörige nach einem Krankenhausbesuch pflegebedürftig sind, gibt es Hilfe bei den Sozialen Diensten und der Pflegeüberleitung der Krankenhäuser. Das evangelische Krankenhaus Wesel zum Beispiel bietet "Pflegetrainings" an. Schon während des Krankenhaus-Aufenthaltes werden 1 zu 1 am Krankenbett spezielle Handgriffe geübt, um Scheu und Unsicherheit zu überwinden. Dieses Pflegetraining kann bis zu sechs Wochen nach der Entlassung ZUHAUSE weitergeführt werden, um Tricks und Kniffe im persönlichen Umfeld zu zeigen. Ausserdem gibt es auch Pflegekurse in Kleingruppen, die Hilfen zur Alltagserleichterung vermitteln, z.B. wie wasche ich den Pflegebedürftigen richtig. Diese Kurse sind stark nachgefragt, Plätze müssen in den jeweiligen Krankenhäusern erfragt werden. Im evangelischen Krankenhaus Wesel sind die Kurse in diesem Jahr schon voll, im Bethanienkrankenhaus sind noch Plätze für Angehörige von Demenzkranken noch frei. Ausserdem gibt es Gesprächskreise für pflegende Angehörige. Alle Angebote sind kostenfrei.

Angebote zur Beratung gibt es auch bei den Krankenkassen oder auch bei den Kommunen.



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Symposity am 09.11. in Wesel

"Liebe durchbricht alle Mauern" - symbolträchtig haben Sylvia Pasieka und Brigitte Brzeksi den 9.November für ihre Veranstaltung im Weseler Welcome Hotel ausgesucht. Dabei stehen pflegende Angehörige im Mittelpunkt, die durch ihre Aufopferung ungewollt vereinsamen. Die Betroffenen sollen aber aus dem Schattendasein geholt werden. Sabine Weiss (MdB) wird um 14 Uhr die Veranstaltung eröffnen. Danach gibt es ein buntes Infoprogramm mit Vorträgen über Huntington, Inklusion oder über die Arbeit der Lebenshilfe. Eine Logopädin ist dabei, ein Markt der Möglichkeiten und vieles mehr. Netzwerken ist ein zentrales Anliegen. Deshalb wird auch die nützliche App in.kontakt vorgestellt. Ab 18 Uhr gibt es Musik und Tanz, um den Angehörigen eine kleine Auszeit zu ermöglichen.

Anmeldungen werden bis zum 07.November entgegengenommen. Emailadresse: spasieka@online.de

Steuerliche Entlastungen

Laut Steuerberaterkammer Düsseldorf lohnt es sich immer, verschiedene Optionen der steuerlichen Entlastung individuell prüfen zu lassen. Es gibt Möglichkeiten viele Pflegekosten als "Außergewöhnliche Belastungen" geltend zu machen. Oft kann auch der Behinderten-Pauschbetrag oder der Pflege-Pauschbetrag angesetzt werden.


Der Steuerberatersuchdienst ist zu finden unter www.stbk-duesseldorf.de


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