"Der Blaue Hahn" - Ehepaar Schweers geht in Rente

Für viele Weseler ist er "Kult" - der Imbiss am "Blauen Hahn". Danuta und Walter Schweers füllten zwanzig Jahre ein paar Quadratmeter mit viel Herz und Seele. Typisch niederrheinische Gerichte sind und waren für viele Berufstätige zu Mittag eine willkommene Abwechslung. Anfang August ist für das Ehepaar Schluss - die Beiden gehen in Rente.

© Sebastian Falke, Radio KW

Genau zwanzig Jahre sind die Schweers Pächter des beliebten Imbiss'. Neben dem obligatorischen Jägerschnitzel oder Currywurst setzen Danuta und Walter konsequent auf deutsche Küche und regionale Produkte. Wirsingroulade, Eintöpfe, Braten in allen Variationen sind genauso Renner wie am Freitag der typische Fisch. Da kommt die katholische Erziehung der aus Oberschlesien stammenden Chefin durch. Vegetarische Gerichte sind und waren beim Durchschnitts-Weseler dagegen nicht genug gefragt. Gut, preiswert und schnell ist das Erfolgsgeheimnis. Und HEISS muss das Essen sein. Dank Hochleistungsmikrowellen ist das kein Problem - die Stammkunden kennen und schätzen das, denn so bleiben die Köstlichkeiten auch nach kilometerlangem Transport noch genießbar.




Danuta und Walter Schweers gehen Anfang August in Rente. Bis dahin gibt es weiter typisch niederrheinische Küche. Das Ehepaar war Herz und Seele im "Blauen Hahn". © Sebastian Falke, Radio KW
Danuta und Walter Schweers gehen Anfang August in Rente. Bis dahin gibt es weiter typisch niederrheinische Küche. Das Ehepaar war Herz und Seele im "Blauen Hahn".
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Um über die Runden zu kommen, müssen bei Walter und Danuta mittags über 100 Essen über den Tresen gehen. Das geht nur, wenn man als Team eingespielt ist. Walter hat zunächst Konditor gelernt, ist dann über eine Metzgerei ins Hotelfach gewechselt, dann Großküche bei der Bundeswehr, und schließlich hat er die Kantine im Kaufhof geleitet. Kleine Portionen sind ihm fremd, auch die Zahlen überlässt er seiner Frau, die zufällig gelernte Buchhalterin ist.

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Sozialer Kontakt ist wichtig

Im "Blauen Hahn" sitzen Sparkassendirektor, Raumpflegerin, Tankwart und Arzt an einem Tisch. Smalltalk beim Mittagessen fördert den sozialen Kontakt. Gerade Senioren kommen gern und halten ein Schwätzchen. Danuta und Walter kennen die meisten ihrer Kunden beim Vornamen und wissen um die Geschmäcker und Extra-Wünsche. Statt Kartoffeln lieber Pommes oder Hähnchenschnitzel statt Frikadelle - alles kein Problem.

Ein typisches Mittagsangebot im "Blauen Hahn" - in Corona-Zeiten allerdings etwas abgespeckt.© Sebastian Falke, Radio KW
Ein typisches Mittagsangebot im "Blauen Hahn" - in Corona-Zeiten allerdings etwas abgespeckt.
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Das Corona-Virus war die schlimmste Krise für das Geschäft - 80 Prozent Umsatzeinbußen gab es selbst bei der Umgestaltung der Fußgängerzone nicht. Inzwischen geht es aber wieder aufwärts, wenige Gäste dürfen wieder am Tisch speisen und bei schönem Wetter dürfen einige - mit Abstand - auch wieder draußen sitzen.

Imbiss bleibt

Auch wenn Walter und Danuta aufhören, der "Blaue Hahn" bleibt. Die Beiden legen dem Nachmieter ans Herz, an dem bisherigen Konzept festzuhalten. Der Kundenstamm sei dafür vorhanden. Experimente können schnell in die Hose gehen, Beispiele gibt es genug.


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